MERS: Rekombinantes IFN beta-1b plus Lopinavir/Ritonavir ist mit geringerer Mortalität verknüpft

  • Arabi YM & al.
  • N Engl J Med
  • 07.10.2020

  • von Liz Scherer
  • Clinical Essentials
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Die Kombination aus rekombinantem Interferon (IFN) beta-1b und Lopinavir/Ritonavir ist bei Patienten, die aufgrund von schwerem MERS (Middle Eastern Respiratory Syndrome) stationär behandelt wurden, mit einer Senkung der 90-Tages-Mortalität assoziiert.

Warum das wichtig ist

  • Der klinische Nutzen scheint zeitabhängig zu sein, und die Behandlung innerhalb von 7 Tagen nach Einsetzen der Symptome schien die Ergebnisse zu verbessern.
  • Autoren: Eine Zerkleinerung der Tabletten kann zu einer verringerten und nicht abschätzbaren Bioverfügbarkeit führen, und eine Suspension von Lopinavir/Ritonavir könnte nutzbringender sein.

Wesentliche Ergebnisse

  • 95 Patienten mit MERS (43 Intervention, 52 Placebo).
  • Mediane Zeit von Krankheitsbeginn bis zur Aufnahme in die Studie: 7 Tage mit Intervention, 7,5 Tage mit Placebo.
  • DiePatienten erhielten Folgendes:
    • 7 Dosen rekombinantes IFN beta-1b vs. 7 Dosen des Placebos.
    • 27 Dosen Lopinavir/Ritonavir vs. 26 Dosen des Placebos.
  • 90-Tages-Gesamtmortalität:
    • 28 % mit Intervention vs. 44 % mit Placebo.
    • Risikodifferenz: -19 Prozentpunkte (obere Grenze 97,5 %-KI: -3; 1-seitige p = 0,024).
  • Der Zeitpunkt der Behandlung stand im Zusammenhang mit der 90-Tages-Mortalität:
    • Innerhalb von 7 Tagen nach Einsetzen der Symptome: relatives Risiko (RR): 0,19; 
    • > 7 Tage nach Einsetzen der Symptome: RR: 1,18 (p = 0,0006);
    • Fehlerkennungsrate: 0,03.
  • Mediane Tage ohne mechanische Beatmung:
    • Interventionsgruppe: 16 (Interquartilbereich: 0–28);
    • Placebo: 5,5 (0–28).
  • Rate schwerwiegender unerwünschter Ereignisse: 9 % mit Intervention vs. 19 % mit Placebo.

Studiendesign

  • Zweistufige, gruppensequentielle, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie.
  • Finanzierung: King Abdullah International Medical Research Center.

Einschränkungen

  • Vorzeitige Beendigung und unzureichende Aussagekraft.
  • Überschätzte Behandlungswirkung.