Merkelzell-Karzinom: Tumorregression und besseres Gesamtüberleben durch Pembrolizumab

  • Nghiem P & al.
  • J Clin Oncol
  • 06.02.2019

  • von Brian Richardson, PhD
  • Studien – kurz & knapp
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Kernaussage

In einer multizentrischen klinischen Studie der Phase 2 führte eine Frontline-Therapie mit dem monoklonalen Antikörper Pembrolizumab zu einer objektiven Ansprechrate von 56% und 24 Monate nach Behandlungsende zu einem Gesamtüberleben von 68.7%. Die Behandlung war damit dem bisherigen Behandlungsansatz mit einer Chemotherapie überlegen.

 

Hintergrund

Das Merkelzell-Karzinom ist ein aggressiver Hautkrebs, häufig ausgelöst vom Merkelzell-Polyomavirus. Frühere Behandlungsversuche haben gezeigt, dass die Therapie mit Pembrolizumab einer Standard-Chemotherapie überlegen ist. Pembrolizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der den PD-1-Rezeptor blockiert. Immunzellen werden nicht mehr behindert und der Krebs kann durch die körpereigene Abwehr bekämpft werden. Bislang gab es allerdings wenige Daten zum dauerhaften Ansprechen sowie zum Gesamtüberleben bei einer Behandlung mit Pembrolizumab.

 

Stud ien design

  • 50 Patienten mit fortgeschrittenem Merkelzell-Karzinom (Eastern Cooperative Oncology Group Performance Status 0/1), die bislang nicht systemisch behandelt worden waren, erhielten im Verlauf von zwei Jahren alle drei Wochen 2 mg/kg Pembrolizumab 2 mg/kg.

     

Hauptergebnisse
 

  • Die objektive Ansprechrate auf die Pembrolizumab-Behandlung lag bei 56% (24% vollständiges Ansprechen und 32% teilweises Ansprechen).

  • In Virus-positiven Tumoren wurde eine objektive Ansprechrate von 59% erzielt, in Virus-negativen Tumoren eine objektive Ansprechrate von 53% (P=.765).

  • Das progressionsfreie Überleben über den Untersuchungszeitraum von 24 Monaten lag bei 48,3%. Das mediane progressionsfreie Übereben betrug 16,8 Monate.

  • Das Gesamtüberleben über den Untersuchungszeitraum von 24 Monaten lag bei 68,7%. Das mediane Gesamtüerleben wurde nicht erreicht.

  • 28% der Patienten hatten unerwünschte Nebenwirkungen mit Grad 3 und höher.

  • 14% der Patienten mussten die Behandlung aufgrund der Nebenwirkungen abbrechen.

  • Ein Patient verstarb im Zusammenhang mit der Behandlung.

 

Klinische Bedeutung

Die vorliegende Studie ist die bislang längste, bei der Patienten mit Merkelzell-Karzinom mit einem PD-1-Inhibitor behandelt wurden. Pembrolizumab erzielte dabei ein besseres Ansprechen und ein längeres Gesamtüberleben als es bei konventioneller Frontline-Chemotherapie zu erwarten wäre.

 

Limitati erungen

Kleine Probandengruppe und keine Kontrollgruppe.

Finanzierung

  • National Cancer Institute, MCC Patient Gift Fund der University of Washington, Kelsey Dickson MCC Challenge Grant der Prostate Cancer Foundation, Merck & Co., Inc., Kenilworth, NJ, USA.