Merkel über Corona: „Es geht um das Gewinnen von Zeit“

Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Berlin (pag) – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußert sich öffentlich zum Coronavirus. „Es geht um das Gewinnen von Zeit“, sagt sie auf der Bundespressekonferenz. Eine Verbreitung der Infektionen müsse verlangsamt werden. Damit teilt sie die Einschätzung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Prof. Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI). Beide sitzen mit ihr auf dem Podium.

 

„Wir tun jetzt das, was notwendig ist“, kündigt die Kanzlerin an. So würden bis zu einer Milliarde Euro zusätzliche Haushaltsmittel freigegeben, die ins Gesundheitssystem und in die Forschung fließen sollen. 650 Millionen Euro davon sind laut Regierung für den Ankauf persönlicher Schutzausrüstung sowie von Material zur Sicherung der Intensivpflege vorgesehen. Ein besonderer Fokus liege auf OP-Masken, betont Spahn: „Wenn diese knapp werden, hat das Folgen für die Versorgung.“ Für einzelne Regionen könne eine Abriegelung sinnvoll sein, flächendeckend sei das aber nicht ratsam, sagt der Minister. Auch einer Schließung von Schulen und Kindertageseinrichtungen steht er ablehnend gegenüber.

„Je langsamer sich das Virus verbreitet, desto besser kann das Gesundheitssystem damit umgehen“, hält Spahn fest. So sieht es auch Wieler. Der RKI-Präsident geht davon aus, dass sich 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung mit Corona anstecken. Die Krankenhäuser müssten sich vermehrt auf Menschen mit schweren Atemwegserkrankungen und Lungenentzündungen einstellen. Diese Patienten benötigten intensivere Behandlung, z. B. in Form von Beatmung. „Darum ist es so wichtig, dass wir den Anteil dieser Patienten so gering wie möglich halten, damit das Gesundheitssystem und die Krankenhäuser in der Lage sind, diese Patienten zu versorgen.“ Laut Spahn gebe es 28.000 Intensivbetten, 25.000 davon für Beatmungspatienten.