Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen sollten sich schon jetzt gegen Grippe impfen lassen


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Patienten mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten bei Grippe als gefährdet, insbesondere Menschen mit Herzinsuffizienz, sagt Professor Thomas Meinertz, Herzspezialist der Deutschen Herzstiftung. Nach der ungewöhnlich schweren Grippewelle im vergangenen Winter rät die Stiftung Menschen mit kardiovaskulären Problemen unbedingt, die Möglichkeit der Grippeimpfung frühzeitig zu nutzen, am besten schon im Oktober. Allerdings wird der Nutzen der Influenza-Impfung von Risikogruppen oft nicht erkannt.

Hintergrund

Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen gehören zu den Kernzielgruppen der jährlichen Impfung gegen Influenza-Viren. Vor allem Patienten mit Herzinsuffizienz scheinen von einer Grippeschutzimpfung besonders zu profitieren. Durch die Immunisierung sinkt die Mortalität der Herzkranken während der Grippesaison um etwa die Hälfte. Darüber hinaus haben sie ein geringeres Risiko, aufgrund kardiovaskulärer Probleme hospitalisiert zu werden, so das Ergebnis einer Meta-Analyse mit insgesamt 78.000 Herzinsuffizienz-Patienten, die bei der diesjährigen Jahrestagung des American College of Cardiology präsentiert wurden. 

Klinische Bedeutung

Patienten mit Herzerkrankungen sollten sich bereits vor Beginn der Grippesaison impfen lassen, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung. Der beste Zeitpunkt dafür sei der Oktober oder November. Wer die Impfung im Herbst jedoch versäume, könne dies aber auch noch nach Beginn der Grippewelle im Dezember oder Januar nachholen.

Auch die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Grippe-Impfung für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen - und zwar altersunabhängig. Die Ergebnisse einer aktuellen bundesweiten Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigen jedoch, dass lediglich 40 Prozent der Befragten, die zu einer der Risikogruppen gehören, sich nach eigenen Angaben regelmäßig gegen Grippe impfen lassen.

Damit das Wissen über die Grippeerkrankung und die Bereitschaft zur Impfung steigt, führen BZgA und Robert Koch-Institut (RKI) auch in diesem Jahr die gemeinsame Informationskampagne „Wir kommen der Grippe zuvor“ durch. Im September erhielten bundesweit rund 100.000 Multiplikatoren wie impfende Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken, der Öffentliche Gesundheitsdienst sowie Alten- und Pflegeheime Medienpakete mit Informationen und Materialien rund um die Grippeimpfung.