Menschen mit HIV altern schneller und deutlicher als HIV-negative Mitmenschen


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Kernbotschaften

  • Trotz erfolgreicher antiretroviraler Therapie können HIV-infizierte Menschen Zeichen vorzeitiger oder besonders ausgeprägter Alterung aufweisen.
  • Diese Alterung kann Folge sein einer Mischung von HIV-Infektion, antiretroviraler Therapie, chronischen viralen Koinfektionen und der Lebensweise oder dem Verhalten.
  • In this study, age advancement appears to be related to viral co-infections such as CMV and chronic HBV, but also to historic severe immunosuppression and exposure to saquinavir.
 

Dieser Studie zufolge hängt beschleunigtes Altern wohl mit viralen Koinfektionen wie CMV und chronischer HBV zusammen, aber auch mit früherer schwerer Immunsuppression und mit Saquinavir-Exposition.

Die Alterung kann bei HIV-infizierten Menschen ohne nachweisbare HIV-RNA im Plasma deutlich ausgeprägter sein als bei HIV-negativen Personen mit ähnlicher Lebensweise. Dies lässt eine Untersuchung mit einem Panel von Biomarkern für Alternsprozesse annehmen.

Ein vorangegangenes Projekt (MARK-AGE) hat dazu angeregt, Biomarker für das Altern des Menschen (einschließlich immunologischer und neurologischer Marker) zu kombinieren, um so das biologische Alter von Individuen zu beurteilen.

Ziel der aktuellen Studie war, mit MARK-AGE-Biomarkern das biologische Alter von HIV-Infizierten zu ermitteln, zudem von HIV-Negativen, die ihnen hinsichtlich Lebensweise und demografischen Faktoren entsprachen, sowie von Blutspendern, die chronologisch ähnlich alt waren. 

In Betracht gezogen wurde, dass es  Zusammenhänge gibt zwischen beschleunigtem Altern und soziodemografischen Faktoren sowie Parametern wie Rauchen, Alkohol- und Drogen-Konsum, CMV, chronische HBV- und HCV-Infektion, Parametern der HIV-Infektion wie CD4+ und CD8+T-Zellzahlen, die Zahl der Jahre seit der HIV-Diagnose und die Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten.

An der Studie nahmen 134 HIV-Infizierte teil, die antiretroviral behandelt wurden, zudem 79 HIV-negative Personen, die mindestens 45 Jahre alt waren und eine ähnliche Lebensweise wie die HIV-Infizierten hatten, sowie 35 altersentsprechende Blutspender.

CMV, chronische HBV- und HCV-Infektionen waren alle bei den HIV-positiven Teilnehmern häufiger als bei den HIV-negativen und den Blutspendern. CMV war zudem bei HIV-Negativen häufiger als bei Blutspendern (bedingt durch die strengen Anforderungen für Blutspenden in den Niederlanden, wo die Studie durchgeführt wurde.

Alle HIV-positiven Teilnehmer hatten HIV-RNA-Werte unter 50 Kopien pro Milliliter Plasma und wurden antiretroviral behandelt. Ihre mediane CD4+Zellzahl betrug 618 (472 - 606) Zellen/μl; bei 31 Prozent war zuvor klinisch AIDS diagnostiziert worden.

Das biologische Alter war signifikant höher als das chronologische Alter, wobei der Unterschied bei den HIV-Infizierten im Mittel 13,2 (95% CI 11,6–14,9) Jahre betrug, bei den HIV-negativen Teilnehmern 5,5 (3,8–7,2) Jahre (p

Mit einem beschleunigten Altern scheinen virale Koinfektionen wie CMV und chronische HBV assoziiert zu sein sowie CD4+ und CD8+Zellzahlen und ihr Verhältnis.

Bei den HIV-positiven Teilnehmern gab es positive Korrelationen zwischen dem beschleunigten Alterung und der Zeit seit der HIV-Diagnose, der Dauer der antiretroviralen Therapie und einem Tiefstwert der CD4+Zellzahl von unter 200 Zellen/μl.

Die kumulative Saquinavir-Exposition war ebenfalls mit beschleunigter Alterung assoziiert, und zwar unabhängig von einer begleitenden Behandlung mit Wirkstoffen, von denen angenommen wird, dass sie für Mitochondrien am toxischsten sind und möglicherweise auf die Alterung einwirken - wie etwa Didanosin, Stavudin, Zalcitabin und Zidovudin.