Mehr tun in der Qualitätssicherung

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Berlin (pag) – Wo sind die Grenzen der Qualitätssicherung (QS) im Gesundheitswesen? Wo gibt es Verbesserungsbedarf? Diesen Fragen geht Prof. Max Geraedts vom Institut für Versorgungsforschung und Klinische Epidemiologie der Universität Marburg auf der 10. Qualitätssicherungskonferenz des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in Berlin nach. Vieles werde heute gar nicht erfasst, eine Nachsteuerung sei notwendig, so das Fazit.

„Rund 12,5 Prozent aller Fälle werden an 1.900 Standorten in Deutschland pro Jahr heute beobachtet“, sagt Geraedts vor über 400 Fachbesuchern. Statistiken zur Qualitätsmessung stießen jedoch an Grenzen mit Blick auf Indikatoren und Mindestmengen. Qualitätsindikatoren hätten sich über die Jahre nicht groß verändert, Verbesserungen seien nur schwer zu erreichen. Anstelle dessen müsste über den Krankenhausaufenthalt hinaus beobachtet werden und bräuchte es bessere Daten, um weiteres Verbesserungspotenzial zu erkennen. Überall müsse dasselbe gemessen werden, um Patienten ein vergleichendes Bild der Qualität der Versorgung in den verschiedenen Leistungsbereichen zu liefern – derzeit gebe es zu wenige Indikatoren zur Patientenorientierung. Außerdem gingen viele der befragten Patienten bei ganz verschiedenen Eingriffen immer wieder in dieselbe Klinik, obwohl QS-Daten des G-BA deutlich machten, dass nur wenige Kilometer entfernt ein auf ihren Eingriff spezialisiertes Krankhaus liege. Weder wüssten sie von den Berichten, noch hätten sie genügend Zeit, sie zu lesen, noch verstünden sie diese. Daher müssten niedergelassene Ärzte stärker als Nutzer und Informationsmittler eingebunden werden.

Viele Kliniken würden zudem Eingriffe vornehmen, obwohl sie die vorgegebenen Mindestmengen seit Jahren nicht erreichten. Mit den G-BA-Beschlüssen für weitere Mindestmengen würden Anreize geschaffen, bestimmte Eingriffe öfter durchzuführen. Künftig müsse dies mehr beachtet werden. Gebraucht würde ferner ein Mehr an Qualitäts- und Fehlerkultur, ein echtes Benchmarking, viel motiviertes und gut ausgebildetes Personal sowie eine gute Führung.