Mehr Sonne, mehr Ozon, mehr Hautschäden

  • Hautarzt

  • von Dr. med. Thomas Kron
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

Hohe Konzentrationen des bodennahen Ozons beeinträchtigen vermutlich nicht nur die Lungenfunktion, sie können mehreren Untersuchungen zufolge auch die Haut schädigen. Eine langfristige Exposition beschleunigt vielleicht sogar die Hautalterung.

Hohe Ozon-Werte auch durch Klimawandel 

Der schädliche Einfluss von Ozon auf die Gesamt- sowie die kardiorespiratorische Mortalität ist seit vielen Jahren bekannt. Hohe O 3 -Konzentrationen seien heute erneut ein weltweites Problem für die öffentliche Gesundheit, da der Klimawandel auch in Ländern mit geringer Luftverschmutzung zu einer Zunahme der O 3 -Konzentrationen beitrage, erläutern Dr. Kateryna Fuchs vom  Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf und ihre Kollegen Dr. Brittany Woodby und Professor Giuseppe Valacchi (North Carolina State University in Kannapolis). 

Auf dem Land höhere O 3 -Werte als in der Stadt

Bodennahes Ozon sei ein sekundärer Luftschadstoff, der durch Sonnenlicht aus anderen Schadstoffen hervorgehe und schädliche Effekte auf Lebewesen haben könne, erläutern die Umweltwissenschaftler in einem aktuellen Beitrag. Im Gegensatz zu anderen Schadstoffen seien die O 3 -Konzentrationen im ländlichen Raum höher als im Stadtgebiet. In Europa gebe es einen Nord-Süd- Gradienten der O 3 -Konzentrationen mit den höchsten Werten in Mittelmeerländern zur Sommerzeit; zudem steige die O 3 -Konzentration mit der Höhe. 

Husten, Schmerzen, erhöhte Asthma-Inzidenz

Ozon, ein sehr starkes Oxidationsmittel, könne bei Inhalation dem Lungengewebe schaden, die Lungenfunktion stark beeinträchtigen und respiratorische Symptome (etwa Husten und Schmerzen bei tiefer Atmung), Kopfschmerzen und Übelkeit hervorrufen: Außerdem könne O 3 die Empfindlichkeit der Atemwege erhöhen und eine leichte akute pulmonale Entzündung auslösen. Die Datenlage zu Langzeiteffekten sei beschränkt. Studien zufolge geht eine Langzeitexposition mit einer erhöhten respiratorischen und kardiorespiratorischen Mortalität einher, zudem mit einer erhöhten Inzidenz und Schwere von Asthma.

Oxidative Schäden der Haut

Im Gegensatz zu den Effekten auf die Atemwege und Lunge werden Effekte von Ozon auf die Haut erst seit wenigen Jahren verstärkt erforscht. Experimentelle Daten deuten laut Kateryna Fuchs und ihren Kollegen auf einen positiven Zusammenhang zwischen der O 3 -Exposition und oxidativen Schäden, einem gestörten antioxidativen Schutz und einer proinflammatorischen Reaktion in der Haut hin. 

In einer Studie waren nach Angaben der Umweltwissenschaftler erhöhte acht h-O 3 -Konzentrationen mit häufigeren Konsultationen in Notaufnahmen wegen Hauterscheinungen  und spezifischen Erkrankungen wie Urtikaria, Ekzeme, Kontaktdermatitis, Exanthem/Eruption und Infektionen verbunden. Noch unklar sei allerdings, ob diese Ergebnisse spezifisch für O 3 seien.

Ein relevantes Problem für die öffentliche Gesundheit

Ersten epidemiologischen Belege zufolge geht die langfristige O 3 - Exposition mit einer vorzeitigen extrinsischen Hautalterung einher, vor allem mit vermehrter  Faltenbildung. Dieser Befund sei unabhängig von der Koexposition gegenüber anderen hautschädigenden Umweltfaktoren gewesen. Da die Ozon-Konzentrationen in vielen Gegenden der Welt stiegen, seien schädliche Wirkungen von O 3 auf die Haut ein relevantes Problem für die öffentliche Gesundheit. 

Finanzierung: keine Angaben