Mehr Ressourcen und politischer Wille im Kampf gegen resistente Erreger in Europa gefordert


  • Priscilla Lynch
  • Medical News
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Der Kampf gegen die wachsende Bedrohung durch antibiotikaresistente Erreger in Europa erfordere einen schnelleren koordinierten Ansatz mit gezielten politischen Aktionen und Mitteln, heißt es in einem Kommentar im  „Lancet Infectious Diseases“

Antibiotikaresistente Erreger sind eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, aber die große Heterogenität der Surveillance-Daten und eine mangelnde Klarheit über die gesellschaftlichen Folgen führe zu einer Unterschätzung der öffentlichen Gesundheitslast, so die Autoren des Kommentars. Sie zitieren eine neue Studie, nach der die Last durch Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien in der EU und im europäischen Wirtschaftsraum (EEA) seit 2007 zugenommen hat und mit geschätzten 33.110 Todesfällen pro Jahr - in Relation zu anderen Infektionskrankheiten - wirklich beträchtlich ist. 

Die Autoren räumen ein, dass der Kampf gegen die Antibiotikaresistenz kompliziert ist und verschiedene internationale Stakeholders lange daran gearbeitet haben, die öffentliche Gesundheitslast zu reduzieren; doch "das Ausmaß und die Bedrohlichkeit der gegenwärtigen Situation können ohne einen stärker zentralisierten globalen Ansatz und eine stärke maßgebliche Rolle des EU-Parlamentes“ nicht erfolgreich eingedämmt werden.

Dieser Ansatz könnte durch unterschiedliche legale Instrumente realisiert werden, zum Beispiel durch definierte Standards für den Antibiotika-Einsatz in Kliniken und in ambulanten Einrichtungen, durch Etablierung einer Warnbereiches (zum Beispiel eine kritische Resistenzrate, bei der rasch auf Länderebene Maßnahmen erforderlich sind) für Resistenzen gegen spezifische Antibiotika bei invasiven Infektionen, durch einen obligatorischen minimalen Goldstandard für die Infektionskontrolle, verbindliche medizinische Lehrpläne zur Infektionskontrolle und Antibiotic Stewardship und durch Definieren geeigneter Indikatoren, um die Implementierung und Effektivität von Interventionen zu überwachen. Jahresziele in nationalen Plänen sollten global diskutiert, vernetzt und koordiniert werden, fügten die Autoren hinzu; und wenn Länder die vereinbarten Ziele nicht beachten, sollten Maßnahmen ergriffen werden. Dieser Ansatz folge dem Beispiel der Maßnahmen des EU-Parlaments, um erfolgreich die Luftverschmutzung und die damit zusammenhängende öffentliche Gesundheitslast zu reduzieren, so die Autoren des Beitrags.

Der „European Antibiotic Awareness Day“ fand am 18. November statt.