Mehr Geld für die Leichenschau

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Berlin (pag) – Für Leichenschauen sollen Ärzte künftig mehr Honorar bekommen. Geregelt ist das in der Fünften Verordnung zur Änderung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), für die das Bundeskabinett jetzt grünes Licht gegeben hat. Auf die Hinterbliebenen kommen dadurch allerdings höhere Kosten zu.

Unter der GOÄ-Nummer 100 ist die „vorläufige Leichenschau“ gefasst, die künftig mit rund 111 Euro honoriert wird. Derzeit können maximal 51 Euro geltend gemacht werden. Die Mindestdauer beträgt 20 Minuten. „Dauert die Leistung nach Nummer 100 weniger als 20 Minuten (ohne Aufsuchen), mindestens aber 10 Minuten (ohne Aufsuchen) sind 60 Prozent der Gebühr zu berechnen“, heißt es dazu im Kabinettsentwurf.

Bei der neuen Nummer 101 handelt es sich um die „eingehende Leichenschau“, bei welcher der Arzt auch Angaben zur Todesart und Todesursache macht. Als Mindestdauer werden 40 Minuten angegeben. Das Honorar soll 166 Euro betragen. Auch hier gilt zwischen 20 und 39 Minuten die 60-Prozent-Regelung. Unter der GOÄ-Nummer 102 ist für beide Leistungen ein Zuschlag in Höhe von 28 Euro möglich, falls es sich um einen unbekannten Toten handelt und/oder besondere Umstände vorliegen. Als durchschnittlichen Zeitaufwand werden zehn Minuten angegeben.

Die Honorarerhöhung müssen die Hinterbliebenen tragen. Laut Entwurf rechnet das Bundesgesundheitsministerium mit Kosten von 78,9 Millionen Euro pro Jahr. Auf die Kommunen kommen rund 3,3 Millionen Euro Mehraufwendungen zu. Die finanzielle Belastung für die Angehörigen kritisiert Dr. Achim Kessler, Sprecher der Fraktion Die Linke für Gesundheitsökonomie. „Wer stirbt, wird derzeit automatisch zum Privatpatienten.“ Er wünscht sich, dass „die gesetzlichen Krankenkassen diese notwendige Leistung für ihre verstorbenen Versicherten übernehmen und mit den Kassenärzten über ein angemessenes Honorar und die Qualität verhandeln würden“.

Die Verordnung soll am 1. Januar 2020 in Kraft treten.

Den Kabinettsentwurf finden Sie hier.