Medizinische Notfalleinsätze auf Flugreisen nehmen zu


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Medizinische Notfälle über den Wolken werden immer häufiger, da die Zahl der Passagiere stetig steigt. Laut Angaben aus den USA braucht mittlerweile auf rund jedem sechshundertsten Flug ein Fluggast ärztliche Hilfe. Das liegt daran, dass die Reisenden immer älter werden und sich auch Menschen mit Grunderkrankungen immer häufiger in den Flieger wagen. Zudem nimmt auch die Zahl der Langstreckenflüge stark zu, wodurch die Passagiere länger in ihrem Sitz festgeschnallt extrem trockene Luft und niedrigen Luftdruck aushalten müssen. Die deutsche Lufthansa bietet das „Arzt an Bord“-Programm an, bei dem sich Mediziner registrieren lassen können und dafür 5.000 Bonusmeilen erhalten. So müssen die Flugbegleiter keine Durchsagen machen, sondern können sich im Notfall direkt an den Arzt wenden.

Bei medizinischen Notfällen geht es in den meisten Fällen um Bewusstlosigkeit, Atemprobleme, Übelkeit und Erbrechen, Herzprobleme und Krampfanfälle. Im Extremfall kann es aber auch passieren, dass ein Hautarzt einem Kind auf die Welt helfen muss. In Deutschland sind im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, Mediziner im Flugzeug zur Hilfeleistung verpflichtet. Diese Hilfe fordert aber Medizinern mitunter Gewaltiges ab.

An Bord jedes Flugzeugs gibt es einen Notfallkoffer. Womit dieser bestückt ist, hängt aber stark von den gesetzlichen Bestimmungen der jeweiligen Luftfahrtbehörde ab. Laut den deutschen Richtlinien muss der Notfallkoffer neben einem Beatmungsbeutel auch ein Intubationsset, Skalpell, Geburtshilfeset und Medikamente zur ärztlichen Soforthilfe enthalten. Sehr oft und je nach Fluglinie ist der Inhalt aber nicht in allerbestem Zustand. Haben Sie schon einmal versucht, bei den Nebengeräuschen, wie sie in der Flugkabine vorliegen, den Blutdruck zu messen? In der Flugzeugkabine ist eng, laut und dunkel und es mangelt an Privatsphäre, keine einfachen Bedingungen zur Behandlung eines Patienten.

Je nach Fluggesellschaft kommt auch häufig telemedizinische Hilfe von unten, dies ist wichtig, da nur in 40 bis 45 Prozent ein Arzt helfen kann. In 5 bis 25 Prozent sind Pfleger zur Stelle, in bis zu 45 Prozent aller Flüge mit medizinischen Zwischenfällen muss der Flugbegleiter alleine zurechtkommen. In besonders dringenden Fällen ändert das Flugzeug die Flugroute um schneller landen zu können.