Medizinische Apps in der Inneren Medizin zunehmend relevant


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Da es immer mehr medizinische Apps gibt und auch Patienten, die diese nutzen, sollten Ärzte zu diesem Thema kompetent beraten können. Die Auseinandersetzung mit solchen Apps sollte daher bereits im Medizinstudium beginnen und dort in das Gesamtcurriculum eingebettet sein.

Hintergrund

Applikationen für mobile Endgeräte (Apps) befassen sich zunehmend auch mit gesundheitsbezogenen Themen. Solche medizinischen Apps können eine Hilfe für Ärzte und Patienten sein. Allerdings sind Auswahl und Bewertung ihrer Qualität zwingend notwendig, da fehlerhafte oder irreführende App-Inhalte Patienten gefährden können.

Design

Aus über 2.000.000 im Apple-Store verfügbaren Apps wählten die Autoren diejenigen aus, die sich mit kardiologischen und pneumologischen Inhalten befassen. In einem Praktikum im vierten Studienjahr der Humanmedizin testeten 138 Studenten insgesamt 143 dieser Apps und nahmen Bewertungen (Funktionalität, Benutzerfreundlichkeit, Ästhetik, Qualität der Information) auf spezifisch für diesen Zweck konzipierten Fragebögen vor. Alle Studenten, die einer Datenanalyse zugestimmt hatten, bewerteten drei unterschiedliche Apps. 

Haupte rgebnisse

  • Nach Einschätzung der Studenten richtet sich die Mehrheit der Apps (56,6 %) in erster Linie an Patienten und/oder deren Angehörige. 
  • Zweite wesentliche Zielgruppe sind Ärzte, Medizinstudenten sowie Angehörige weiterer Gesundheitsberufe (34,3 % der Apps).
  • 13 Apps (9,1 %) erscheinen für beide Gruppen gleichermaßen interessant zu sein.
  • Als Hauptzweck identifizierten die Studenten die Bereitstellung von Informationen (bei rund 46 % der Apps).
  • In etwas mehr als einem Viertel der Fälle (27,0 %) gewannen die Studenten den Eindruck, dass in erster Linie medizinische Daten der Nutzer erfasst werden sollten (etwa Blutdruck, Herzfrequenz und Körpertemperatur, Größe und Gewicht, Ernährung und das Ausmaß der körperlichen Aktivität). 
  • Jeweils etwa ein Viertel der Apps forderte die Nutzer sogar dazu auf, sensible Daten wie Diagnosen, Medikamentenpläne und die Ergebnisse von Laboruntersuchungen anzugeben.
  • Eher selten (4,2 % der Fälle) dienten Apps hauptsächlich der Unterstützung der Arzt-Patienten-Kommunikation.

Klinische Bedeutung

Gesundheitsbezogene Apps spielen im Management internistischer Erkrankungen eine zunehmende Rolle. Um als Arzt bzw. Ärztin Patienten gut beraten zu können, ist es notwendig, zu wissen, was diese Apps leisten können und was nicht. Da die Zahl und der Gebrauch der medizinischen Apps in den kommenden Jahren wahrscheinlich weiter steigen werden, erscheint es notwendig, sich frühzeitig damit zu befassen. Die Empfehlung der Autoren, sich bereits im Medizinstudium damit auseinanderzusetzen, ist daher sinnvoll. 

Finanzierung: keine Angaben