Medikamente zur Unterdrückung von Magensäure sind mit erhöhtem Nierensteinrisiko verbunden

  • Simonov M & al.
  • Clin Gastroenterol Hepatol
  • 05.03.2020

  • von Jenny Blair, MD
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Der Einsatz von Protonenpumpenhemmern (PPI) zeigt eine Dosis-Wirkung-Beziehung für ein Nierensteinrisiko.
  • Der Einsatz von Histamin-2-Rezeptorantagonisten (H2RA) ist ebenfalls mit einem höheren Risiko für Nierensteine verknüpft, was auf einen säureunterdrückenden Mechanismus hindeutet.

Warum das wichtig ist

  • Verringerte Magensäure wurde mit einer beeinträchtigten Absorption von Kalzium, Eisen und Magnesium in Verbindung gebracht.
  • Der Einsatz von PPI wurde mit einer geringeren Kalzium- und Magnesiumausscheidung im Urin in Verbindung gebracht.
  • Die Auswirkung auf Kalzium sollte hypothetisch vor Kalziumoxalatsteinen schützen, während eine geringere Magnesiumausscheidung das Risiko erhöhen könnte.

Wesentliche Ergebnisse

  • Nierensteinrisiko (adjustierte HR; 95 %-KI) bei:
    • PPI-Anwendern verglichen mit -Nichtanwendern: 1,46 (95 %-KI: 1,38–1,55).
    • Mittels Propensity-Matching erstellte Kohorte: 1,28 (1,21–1,36).
  • Das Risiko (adjustierte HR; 95 %-KI) zeigte ein Dosis-Ansprechen:
    • Im Verlauf von 3 Monaten: 1,11 (1,09–1,14) für alle 30 Tage mit täglicher Dosis.
    • Im Verlauf von 12 Monaten: 1,04 (95 %-KI: 1,02–1,06) für alle 90 Tage mit täglicher Dosis.
  • Die Empfindlichkeitsanalysen ergaben ähnliche Ergebnisse.
  • Risiko bei H2RA-Anwendern verglichen mit Nichtanwendern: 1,47 (1,31–1,64).

Studiendesign

  • Kohortenanalyse von Daten der Kohortenstudie zu weiblichen Veteranen aus den Jahren 1999–2017 (n = 465.891, beide Geschlechter).
  • Endpunkt: Inzidenz von Nephrolithiasis.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Einschränkungen

  • Die Autoren stützten sich auf Verschreibungsdaten; die Therapietreue der Patienten war unbekannt.
  • Retrospektiv; potenzielle verbleibende Störfaktoren.