MDK: Jede zweite Krankenhausabrechnung ist falsch

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Berlin (pag) – 2,6 Millionen Gutachten zu Abrechnungsprüfungen im Krankenhausbereich hat der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) 2018 nach eigenen Angaben erstellt. Demnach sei jede zweite geprüfte Rechnung falsch gewesen und habe zu Rückerstattungsansprüchen geführt.

Die Abrechnungsprüfungen im Krankenhausbereich sind nach Zahlen des MDK in den vergangenen Jahren konstant gestiegen: 2014 waren es 1,9 Millionen, 2017 bereits 2,3 Millionen. „Bei einer überhöhten Rechnung geht das Krankenhaus lediglich das Risiko ein, dass die Rechnung auf den sachlich korrekten Betrag gekürzt wird“, erklärt Dr. Ulf Sengebusch, Geschäftsführer des MDK Sachsen. „Das ist so, als würde man beim Schwarzfahren in der U-Bahn erwischt und müsste dann nur den Ticketpreis von 2,50 Euro bezahlen“, zieht er einen Vergleich. „Ein solcher Fehlanreiz führt nicht zu mehr verkauften Fahrscheinen, sondern lediglich zu mehr Kontrollen.“ Bezogen auf die Entwicklung der Abrechnungsprüfungen bedeute das eine zunehmend erlösorientierte Gestaltung der Abrechnungen auf der einen Seite und eine Ausweitung und Intensivierung der Prüfungen auf der anderen Seite.

Insgesamt erstellte der MDK 2018 nach eigenen Angaben 5,7 Millionen sozialmedizinische Stellungnahmen und Gutachten für die gesetzliche Krankenversicherung und rund 2,5 Millionen für die Pflegeversicherung.

Zwei Millionen Versicherte begutachtete der MDK zur Feststellung des Grads der Pflegebedürftigkeit. „Seit Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs im Jahr 2017 erhalten viel mehr pflegebedürftige Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung“, sagt Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS). Eine MDK-Befragung habe ergeben, dass 88 Prozent mit der Pflegebegutachtung zufrieden seien.