mCRPC: PARP-Inhibitoren sollten nur bei Patienten mit BRCA-Mutationen eingesetzt werden

  • J Clin Oncol
  • 08.09.2020

  • von Pavankumar Kamat
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • In einem Kommentar, der im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht wurde, betonen Michael T. Schweizer, MD, und Kollegen, dass Poly (ADP-Ribose)-Polymerase (PARP)-Inhibitoren für die Behandlung von Männern mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) und BRCA-Mutationen reserviert sein sollten.

Wesentliche Punkte

  • Für Patienten mit mCRPC wäre jede neue Therapie, die bessere Ansprechraten oder bessere Überlebensergebnisse als die Standardbehandlung bietet, willkommen.
  • Die US-amerikanische Food and Drug Administration hat kürzlich die beiden PARP-Inhibitoren Rucaparib und Olaparib für die Behandlung des mCRPC zugelassen.
  • Olaparib erhielt eine breitere Zulassung für die Behandlung von "schädlicher oder vermuteter schädlicher Keimbahn- oder somatischer Mutation des homologen Rekombinationsreparaturgens (HRR) beim metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakrebs" nach Progression entweder nach Enzalutamid oder Abirateron.
  • Experten haben Bedenken hinsichtlich des "schädlichen oder mutmaßlich schädlichen" Teils der Indikation geäußert, da sie glauben, dass einige Patienten möglicherweise unüberlegt mit dem Medikament behandelt werden, obwohl sie mit anderen Ansätzen besser behandelt werden könnten.
  • Der Einsatz von Standard-PARP-Hemmern bei unsicherem oder geringem Nutzen könnte bedeuten, dass auf eine wirksamere Therapie verzichtet wird.
  • Es gibt zwar mehrere Gene, die für Olaparib in Frage kommen, aber es ist nicht klar, welche davon gute Biomarker für das Ansprechen auf das Medikament sind.
  • Es gibt starke Hinweise auf ein Ansprechen auf PARP-Inhibitoren bei Patienten mit BRCA-Mutationen; die Evidenz reicht jedoch nicht aus, um anzunehmen, dass das Ansprechen bei Patienten mit anderen HRR-Mutationen entsprechend wäre.
  • Die bahnbrechenden Studien, die zur Zulassung der beiden PARP-Inhibitoren führten, lieferten entscheidende Hinweise, konnten jedoch nicht die volle Bandbreite oder Einschränkung von Patienten berücksichtigen, die am meisten von diesen Medikamenten profitieren würden.
  • Die Autoren fordern zusätzliche umfangreiche Studien zu spezifischen Mutationen, um festzustellen, welche von ihnen auf PARP-Inhibitoren empfindlich reagieren könnten.