MaxRT und MaxRP scheinen gleichwertige Behandlungsstrategien beim fortgeschrittenen Prostata-CA


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Der Vergleich zweier Patientenpopulationen in einer US-amerikanischen und einer deutschen Klinik liefert die bislang einzigen Hinweise darauf, dass beim fortgeschrittenen Prostatakrebs die Überlebenszeiten mit externer Strahlentherapie plus Brachytherapie und nachfolgender Hormondeprivation (MaxRT) ebenso wirksam ist wie die Anwendung einer externen Strahlentherapie und der Hormondeprivation im Anschluss an die radikale Prostatektomie(MaxRP).

Hintergrund

Bei der Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenen Prostatakarzinomen (Gleason-Score 9 – 10) ergab eine retrospektive Studie Hinweise darauf, dass die Überlebenszeiten mit externer Strahlentherapie plus Brachytherapie und nachfolgender Hormondeprivation (MaxRT) im Vergleich zu einer radikalen Prostatektomie (RP) verlängert werden könnten. Allerdings gibt es bisher keine Vergleichsstudie von MaxRT gegenüber der Kombination aus RP und externer Strahlentherapie, Hormondeprivation, oder beidem (MaxRP).

Design

Kohortenstudie mit 639 Männern mit Prostatakarzinomen des Gleason-Scores 9 – 10, die zwischen den Jahren 1992 und 2013 behandelt wurden.

Verglichen wurden 80 konsekutive Patienten, die am Chicago Prostate Cancer Center eine MaxRT bekommen hatten, mit 559 aufeinander folgenden Patienten, die an der Martini-Klinik des Universitäts-Krankenhauses Hamburg-Eppendorf eine RP mit Lymphknotendissektion und anschließender externer Strahlentherapie (n=88; 15,7 %) Hormondeprivation (n=49; 8,8 %) oder der Kombination von beidem (n=50; 8,9 %) erhalten hatten.

Hauptergebnisse

  • Nach einem medianen Follow-Up von 5,51 Jahren in der MaxRT-Gruppe und 4,78 Jahren in der Vergleichsgruppe waren 161 Männer verstorben, darunter 106 an Prostatakrebs.
  • Die Prostatakrebs-spezifische Mortalität (adjustierte Hazard Ratio, HR) betrug 1,33, was bei einem 95%-Konfidenzintervall von 0,49 – 3,64 keinen signifikanten Unterschied bedeutete (P=0,58).
  • die aHR für die Gesamtmortalität betrug 0,80. Mit einem 95%-KI von 0,36 – 1,81 war auch dies nicht signifikant (P=0,60).

Klinische Bedeutung

Der Vergleich zweier Kohorten von Patienten, die an unterschiedlichen Kliniken mit unterschiedlichen Therapien behandelt wurden, ist ein ambitioniertes Unterfangen. Als Maß für die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden Behandlungsstrategien MaxRT und MaxRP gleichwertig sind, verwenden die Autoren Plausibilitätsindizes. Deren Werte betragen 76,75 % für die Prostatakrebs-spezifische Mortalität und 77,97 % für die Gesamtmortalität. Die klinische Bedeutung liege darin, dass bald nach einer RP sowohl die externe Strahlentherapie als auch die Hormondeprivation angewandt werden sollten, damit diese Männer ähnlich gute Überlebenschancen haben wie unter einer MaxRT.

Finanzierung: Keine Angaben.