Maskenpflicht: Ärzte warnen vor hohen Preisen

  • Presseagentur Gesundheit (pag)
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Berlin (pag) – In vielen Teilen Deutschlands gilt sie bereits oder steht kurz vor der Einführung: die allgemeine Maskenpflicht. Ärzte befürchten allerdings, dass die Bürger auch zu medizinischem Mund-Nase-Schutz greifen könnten, der dann wiederum in der Versorgung fehlt. Unterdessen wird dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) die Beschaffung persönlicher Schutzausrüstung in Milliardenhöhe gestattet.

 

Im jüngsten Haushaltsausschuss des Bundestages verkündet die Regierung, dass das BMG Masken und Co. im Wert von bis zu 10,8 Milliarden Euro beschaffen darf. Das scheint offensichtlich weiterhin dringend notwendig. Denn an FFP2- und FFP3-Masken mangele es immer noch, betont Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einer Befragung im Bundestag. Den Bedarf an OP-Masken sehe er dagegen zu diesem Zeitpunkt „gut gedeckt“. Auch bei den textilen Alltagsmasken stellt er keine Verknappung fest. Er unterstreicht: Der medizinische Gesichtsschutz ist in erster Linie für ärztliches und pflegerisches Personal bestimmt.

Spahn reagiert damit auf die Grünen-Abgeordnete Maria Klein-Schmeink. Diese befürchtet, dass sich durch die Maskenpflicht Bürger mit medizinischem Schutz eindecken könnten. Diese Sorge hat auch Dr. Pedram Emami, Präsident der Ärztekammer Hamburg. Es dürfe keine Marktkonkurrenz geben, welche die Preise in die Höhe treibe, fordert er.

Prof. Klaus Goder, Vorstandsmitglied des nordrheinischen Hartmannbund-Landesverbandes, hält die Pflicht in Bus und Bahnen sowie beim Einkaufen für sinnvoll. „Es gilt inzwischen als sicher, dass das Tragen auch einfacher Schutzmasken oder improvisierend auch von Schals oder dichtgewebten Tüchern das Risiko der sogenannten Tröpfcheninfektion über Mund und Nase fulminant verringert.“ Auch für Emami könne das „eine sinnvolle Ergänzung zu den bisherigen Maßnahmen“ sein, aber: „Ein Ersatz ist es definitiv nicht.

Unterdessen ergibt eine Umfrage des TÜV-Verbands, nach der 88 Prozent der Bürger die Maskenpflicht befürworten. Und eine Befragung des Datenanalysten Aposcope zeigt, dass 83 Prozent der Apotheken inzwischen wieder Mund-Nasen-Schutz vorrätig haben.