Masernschutz: Laborärzte plädieren für Testung bei unklarem Impfstatus


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Mit dem Ziel, die Masern-Impflücke bei Kita- und Schulkindern zu schließen, schlägt der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) die Einführung verpflichtender Labortests bei unklarem Impfstatus vor. Das sei nicht nur kostengünstiger sondern bei Lebendimpfstoffen auch medizinisch sinnvoll, heißt es in einer Meldung des Verbandes.

Höhere Akzeptanz für Nachimpfungen

„Es gibt nachvollziehbare Gründe, warum Eltern im Einzelfall den Impfschutz ihrer Kinder nicht nachweisen können“, so der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski. „Dann ist die Überprüfung im Labor eine gute Möglichkeit, Klarheit über den Impfstatus zu schaffen und die Akzeptanz etwaiger Nachimpfungen zu erhöhen.“

Dass dies Not tut, zeigen die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts: Danach sind derzeit nur 93 Prozent der Schulanfänger zweimal gegen Masern geimpft. Die gewünschte Mindestquote von 95 Prozent wird damit verfehlt. Im ersten Halbjahr 2019 wurden in Deutschland 442 Masernfälle gemeldet – ein Zuwachs von gut 8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Labortest billiger als MMR-Impfung

Der BDL weist darauf hin, dass die serologische Überprüfung der Masern-Antikörper in medizinischen Laboratorien mit ungefähr 12 Euro für gesetzlich Krankenversicherte vergleichsweise günstig erbracht werden könne. Demgegenüber sei eine verdachtsbezogene MMR-Impfung etwa dreimal so teuer.

Doch nicht nur unter Kostengesichtspunkten sei die vorgeschaltete Testung bei unklarem Impfstatus sinnvoll: „Die Masernimpfung wird in Deutschland in der Kombination Masern-Mumps-Röteln durchgeführt. Bei diesen Lebendimpfstoffen ist es medizinisch sinnvoll, zunächst abzuklären, ob die Immunisierung bereits stattgefunden hat“, wird BDL-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Lorentz zitiert.