Mamma-Rekonstruktion: kein Konsens hinsichtlich Art und Zeitpunkt nach Radiotherapie und Mastektomie

  • Nava MB & al.
  • Br J Surg
  • 18.07.2019

  • Oncology guidelines update
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Erkenntnis

  • Ein internationaler, multidisziplinärer Expertenausschuss erreichte mangels hochqualitativer Evidenz keinen Konsens hinsichtlich der optimalen Art von und dem optimalen Zeitpunkt zur Durchführung einer Mamma-Rekonstruktion nach einer Radiotherapie und Mastektomie (PMRT).

Warum das wichtig ist

  • Die Raten einer Mamma-Rekonstruktion steigen weltweit an, insbesondere bei jüngeren Frauen, bei denen eine PMRT in bis zu 50 % der Fälle empfohlen wird.

Studiendesign

  • Auswertung von Studiendaten aus Medline, EMBASE und CENTRAL (n = 1.522 Studien) mit anschließendem Konsens-Prozess auf der Tagung International Oncoplastic Breast Surgery des Jahres 2017.
  • Der Expertenausschuss bestand aus 19 Meinungsführern mit Erfahrung in der onkologischen Mamma-Chirurgie, chirurgischen Mamma-Rekonstruktion, Mamma-Radioonkologie, und basierte auf Mamma-Aufnahmen.
  • Die Experten erstellten 22 Empfehlungen, davon jede anhand der Oxfordkriterien (Grad I für die stärkste bis Grad V für die geringste Aussagekraft) mit der höchsten Ergebnissicherheit (LoE).
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Wesentliche Ergebnisse

  • Keine Evidenz von Grad I für irgendeine der 22 Empfehlungen.
  • Ein Konsens wurde für 41 % der Empfehlungen erreicht.
  • Kein Konsens wurde hinsichtlich der optimalen Art und des Zeitpunkts für eine Mamma-Rekonstruktion mit PMRT erreicht.
  • Ein Konsens wurde dahingehend erreicht, dass eine sofortige autologe Mamma-Rekonstruktion ähnliche Ergebnisse erzielt wie eine verzögerte autologe, gewebebasierte Rekonstruktion (Evidenzgrad III).
  • Ein Konsens wurde dahingehend erreicht, dass Patientinnen über das erhöhte Risiko für kosmetische Operationen und andere durch die Rekonstruktion entstehenden Komplikationen hinsichtlich der RT oder PMRT informiert werden sollten.

Einschränkungen

  • Fehlender Evidenzgrad I.