Mamma-CA: Trastuzumab-Emtansin verbessert rezidivfreies Überleben nach neoadjuvanter Therapie


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Das Konjugat aus dem Anti-HER2-Antikörper Trastuzumab und dem Zytostatikum Mertansin (T-DM1) verringert die Zahl der Rezidive bei Patientinnen mit nichtmetastasiertem HER2-positivem Mammakarzinom, die nach einer neoadjuvanten Therapie noch residuale Tumorzellen hatten.

Hintergrund

T-DM1 ist ein Konjugat des Anti-HER2-Antikörpers Trastuzumab mit dem Mitosehemmstoff DM1. Es ist zugelassen zur Zweitlinientherapie des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten HER2-positiven Mammakarzinoms, für Patientinnen, die auf Trastuzumab bzw. Taxane nicht (mehr) ansprechen. Die Sponsoren und Autoren der Studie hatten gehofft, dass das Präparat für jene Frauen nützlich sein könnte, bei denen nach einer neoadjuvanten Chemotherapie plus HER2-Therapie in der Operation noch residuales Tumorgewebe gefunden werden.

Design

Offene Studie der Phase 3 mit 1486 Patientinnen mit HER2-positivem frühem Brustkrebs, bei denen nach einer neoadjuvanten Therapie mit einem Taxan und Trastuzumab eine residuale Erkrankung festgestellt wurde. Sie wurden randomisiert auf 14 Zyklen von entweder T-DM1 oder Trastuzumab. Primärer Endpunkt der Studie war das Überleben ohne invasive Krankheit.

Hauptergebnisse

  • Präsentiert werden die Ergebnisse einer Interimsanalyse, die zu dem Zeitpunkt unternommen wurde, da etwa 67 % der zu erwartenden Ereignisse aufgetreten waren. Der mediane Follow-Up betrug 41,4 Monate unter T-DM1 und 40,9 Monate unter Trastuzumab.
  • Unter T-DM1 waren 12,2 % der Frauen an invasivem Brustkrebs erkrankt oder verstorben; in der Vergleichsgruppe mit Trastuzumab waren es 22,2 %.
  • Daraus errechneten die Autoren einen Anteil von krankheitsfreien Frauen nach 3 Jahren von 88,3 % (T-DM1) bzw. 77,0 % (Trastuzumab). Das Chancenverhältnis HR zugunsten T-DM1 betrug 0,50 bei einem 95%-Konfidenzintervall von 0,39 – 0,64 (P
  • Fernrezidive wurde bei 10,5 % der Frauen unter T-DM1 festgestellt und bei 15,9 % unter Trastuzumab.
  • Die Verträglichkeit der Konjugats war schlechter als die des Vorläuferpräparates: Nur 71,4 % aller Frauen komplettierten alle 14 Zyklen unter T-DM1 gegenüber 81 % unter Trastuzumab. Nebenwirkungen des Schweregrades 3 oder höher hatten unter T-DM1 25,6 % der Patientinnen erlitten, gegenüber 15,4 % mit Trastuzumab.

Klinische Bedeutung

T-DM1 erfüllte in dieser Studie die Hoffnungen auf eine stärkere Wirkung gegenüber dem Vorläuferpräparat. Das Risiko, an invasivem Brustkrebs zu erkranken oder zu versterben wurde annähernd halbiert. Ob sich auch das Gesamtüberleben verlängert, wird sich erst bei einer längeren Nachbeobachtungszeit erweisen.

Finanzierung: F. Hoffmann-La Roche/Genentech.