Malaria: Neuer Impfstoffkandidat in Phase-I-Studie erfolgreich getestet


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

Ein neuartiger Vakzine-Kandidat ( SumayaVac1 ) gegen den Erreger der Malaria tropica wurde von Experten der Abteilung für Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie des Universitätsklinikums Heidelberg unter Leitung von Prof. Walter Haefeli erfolgreich auf Sicherheit, Verträglichkeit und Immunogenität hin untersucht. In einer klinischen Studie der Phase Ia zeigte sich bei allen geimpften Studienteilnehmern eine positive und starke Immunantwort, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Universitätsklinikums. Die Studienergebnisse sollen in Kürze publiziert werden.

Hintergrund

Mit über 200 Millionen Erkrankungen allein im Jahr 2016 und 500.000 Toten gehört Malaria laut der WHO zu den folgenschwersten Infektionserkrankungen. Der Erreger Plasmodium falciparum ist dabei für den Großteil der Krankheitslast verantwortlich. Die Suche nach einem geeigneten Impfstoff dauert schon Jahrzehnte und ist geprägt durch zahlreiche Fehlschläge. So zeigte der einzige bisher von der Europäischen Arzneimittelbehörde zugelassene Impfstoff RTS,S (Mosquirix) nur eine begrenzte Wirksamkeit, die zudem mit der Zeit nachließ.

Design

In der doppelblinden, placebokontrollierten Studie erhielten 32 gesunde Probanden jeweils drei Impfungen mit dem Vakzine-Kandidaten SumayaVac1 in unterschiedlicher Dosierung. Geimpft wurde im Abstand von je 28 Tagen. Die Beobachtung der Probanden nach Gabe des Impfstoffs erfolgte über einen Zeitraum von vier Wochen.

Hauptergebnisse

Die Auswertung der klinischen und immunologischen Daten ergab eine gute Verträglichkeit der Impfung. Kein Proband klagte über schwerwiegende Nebenwirkungen, alle Studienteilnehmer bildeten Antikörper gegen SumayaVac1 , berichtete das Universitätsklinikum Heidelberg. Während RTS,S und PfSPZ-basierte Vakzine gegen die präerythrozytäre Phase gerichtet sind, greift SumayaVac1 das asexuelle Blutstadium an und verhindert dadurch die weitere Erregervermehrung im Blut des Menschen.

Klinische Bedeutung

Ob sich diese ermutigenden Ergebnisse auch künftig bestätigen, müssen weiterführende klinische Untersuchungen zeigen. In einem nächsten Schritt ist geplant, Wirksamkeit und Verträglichkeit an Menschen in Tansania zu testen. Ähnliche Impfkampagnen mit anderen Vakzine-Kandidaten gibt es derzeit in Kenia, Ghana und Malawi. Schnelle Erfolge seien jedoch nicht zu erwarten, betonte die WHO anlässlich des diesjährigen Welt-Malaria-Tages am 25. April. Währenddessen fehle in vielen Ländern Afrikas das Geld für die notwendige Behandlung Malaria-Infizierter. Laut Angaben der WHO erhielten 70 Prozent der Schwangeren nicht die empfohlenen Medikamente, um eine Ansteckung ihrer Kinder zu vermeiden.

Finanzierung: Sumaya Biotech GmbH & Ko. KG