Makrolidverschreibungen im ersten Trimester mit schweren Fehlbildungen bei Kindern verknüpft

  • Fan H, et al
  • The BMJ
  • 19.02.2020

  • von Liz Scherer
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Makrolidverschreibungen im ersten Schwangerschaftsdrittel sind mit einem erhöhten Risiko für schwere Missbildungen jeglicher Art (insbesondere kardiovaskulär) bei Kindern assoziiert. 
  • Risiko für Missbildungen der Geschlechtsorgane (Hypospadien) bleibt nach dem ersten Trimester bestehen.

Warum das wichtig ist

  • Schwangeren Frauen sollten nach Möglichkeit Makrolid-Alternativen verschrieben werden, und bei der Anwendung von Makroliden ist Vorsicht geboten.

Wesentliche Ergebnisse

  • Von 104.605 Kindern wurden 8,3 % (8.632) von Müttern geboren, denen 1 Makrolid verschrieben wurde, und 91,7 % (95.973) von Müttern, denen während der Schwangerschaft 1 Penicillin verschrieben wurde. 
  • Negativkontrollen: 
    • 82.314 Kinder: Mütter, denen vor der Empfängnis Makrolide (11.874) oder Penicilline (70.440) verschrieben wurden.
    • 53.735 Studienkohorten-Geschwister, die pränatalem Makrolid (4.512) oder Penicillin (49.223) exponiert waren. 
  • Prävalenz schwerer Fehlbildungen pro 1.000 Lebendgeburten:
    • Makrolide im ersten Trimester: 27,65. 
    • Makrolide im zweiten/dritten Trimester: 19,5.
    • Penicillin im ersten Trimester: 17,65.
    • Penicillin im zweiten/dritten Trimester: 17,27.
  • Mit Makroliden im ersten Trimester, bereinigtes Risikoverhältnis (aRRs; 95 %-KI):
    • Jegliche Fehlbildung: 1,55 (1,19–2,03);
    • Kardiovaskuläre Fehlbildung: 1,62 (1,05–2,51).
  • Mit Makroliden in jeglichem Trimester:
    • Genitalmissbildungen: aRR: 1,58 (95 %-KI: 1,14–2,19).
  • Mit Erythromycin im ersten Trimester: 
    • Jegliche Fehlbildung: aRR: 1,50 (95 %-KI: 1,13–1,99).

Studiendesign

  • Retrospektive, populationsbasierte Kohortenanalyse, die den Zusammenhang zwischen Makrolid-Antibiotika während der Schwangerschaft und dem Risiko für schwere Missbildungen und neurologische Entwicklungsstörungen bei den Kindern bewertete. 
  • Finanzierung: National Institute for Health Research.

Einschränkungen

  • Bias in Richtung Null-Ergebnisse und Effektverdünnung.
  • Erfassung der Verabreichung/Anwendung von Antibiotika nicht möglich.
  • Fehlklassifikationen der Ergebnisse, Geburtsbias.