Magenkrebs: Kein Vorteil durch Kombination einer Frontline-Therapie mit dem Angeiogenese-Hemmer Ramucirumab

  • Lancet Oncol
  • 07.02.2019

  • von Jim Kling
  • Univadis Clinical Summaries
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Kernaussagen

Die vorliegende klinische Studie der Phase 3 hat ergeben, dass es für die Behandlung von Magentumoren und Tumoren des ösophagogastralen Übergangs (AEG-Tumoren) keinen Vorteil bringt, zusätzlich zur Frontline-Therapie mit Cisplatin und einem Fluoropyrimidin den monoklonalen Antikörper Ramucirumab zu verabreichen. Bei den Probanden der RAINFALL-Studie war weder das progressionsfreie Überleben noch das Gesamtüberleben (OS) verbessert.
 

Hintergrund

Im Verlauf der letzten Jahre hat sich gezeigt, dass es bei Magenkrebs und AEG-Tumoren wirksam ist, die Angiogenese über den VEGF-A/VEGFR-2-Signalweg zu hemmen. Der humane monoklonale IgG1-Antiköroer Ramucirumab ist ein VEGFR2 Antagonist. Wie frühere Studien gezeigt haben, kann Ramucirumab als Sekundärtherapie – einzeln oder in Kombination Paclitaxel – das progressionsfreie Überleben sowie das Gesamtüberleben verbessern. Es lag daher nahe zu untersuchen, ob Ramucirumab auch in Kombination mit einer Frontline-Therapie den Behandlungserfolg verbessern kann.

Studiendesign
Die RAINFALL-Studie ist eine doppelblind randomisierte, Placebo-kontrollierte klinische Studie der Phase drei, die mit insgesamt 645 Patienten in 126 Zentren und 20 Ländern durchgeführt wurde. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip zwei Gruppen zugeordnet: Sie bekamen Cisplatin in Kombination mit Capecitabin sowie entweder Ramucirumab oder ein Placebo-Präparat.

 

Hauptergebn isse

  • Gemäß der Beurteilung der Wissenschaftler ging die Gabe von Ramucirumab mit einem besseren progressionsfreien Überleben einher (angepasst HR, 0.756; P=.0022). Allerdings erreichte dieser Vorteil in einem unabhängigen Review keine statistische Signifikanz.

  • Ramucirumab verbesserte gegenüber dem Placebopräparat nicht das Gesamtüberleben (HR, 0.962; P=.68).

  • Neutropenie, Anämie sowie schwerwiegende Nebenwirkungen traten in beiden Gruppen gleich häufig auf. Hypertonie trat in der Ramucirumab-Gruppe häufiger auf als in der Placebo-Gruppe (10% gegenüber 2%).

 

Klinische Bedeutung

Aufgrund der Ergebnisse der RAINFALL-Studie gibt keine Empfehlung dafür, Ramucirumab zusätzlich zu einer Frontline-Therapoie mit Cisplatin in Kombination mit Capecitabin zu verabreichen.

 

Limit ierung

  • In der Studie waren keine Patienten eingeschlossen, die mit einem Taxan behandelt wurden.

     

Finanzierung

  • Eli Lilly.