Magenkrebs: Fast 50 Experten haben die Leitlinie aktualisiert

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Kernbotschaften

Nach 7 Jahren gibt es eine Leitlinie zum Magenkarzinom. Sie hat den höchsten Evidenzgrad (S3) einen Umfang von 236 Seiten, und kann im Internet kostenlos heruntergeladen werden.

Hintergrund

Mit einer Inzidenz von 27,7/100.000 Einwohnern und Jahr ist das Magenkarzinom bei Männern die fünfthäufigste Krebserkrankung und bei Frauen (Inzidenz 19,6) die sechsthäufigste. Etwa 1 Prozent aller Todesfälle in Deutschland gehen darauf zurück. Die 5-Jahres-Überlebensrate für alle Stadien liegt bei 30 %, vor allem weil 80 % der Patienten lange Zeit asymptomatisch sind.

Design

Leitlinie des höchsten Evidenzgrades (S3) mit Graduierung des Evidenzgrades in 9 Stufen gemäß dem System des Oxford Centre for Evidence-Based Medicine, Graduierung von Empfehlungen (soll, sollte, kann) und Einteilung der Konsensstärke in 4 Stufen. Beteiligt waren 28 Fachgesellschaften, Arbeitsgruppen etc., und eine Patientenvertreterin. Ziel ist eine Optimierung der Versorgung und Patienten-relevanter Endpunkte wie Mortalität/30-Tages-Mortalität; chirurgische, systemische und strahlentherapeutische Komplikationen und der Lebensqualität.

Neuerungen (Auswahl)

  • Chirurgie: „Die Laparaskopie ist ein zusätzlicher, wichtiger, diagnostischer Schritt vor der perioperativen Therapie.“
  • Chemotherapie: FLOT als perioperatives Konzept hat sich etabliert.
  • Immuntherapie: „Die Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren ist in Erprobung und nur bei MSI-Karzinomen sehr vielversprechend.“
  • Unterstützende Maßnahmen: Wurden konkretisiert und im Sinne der S3-Leitlinie Supportivtherapie vereinheitlicht.
  • Risikofaktoren: Für Helicobacter pylori wurden Risikogruppen zur Eradikation und Krebsprävention definiert. Die Leitlinie enthält nun auch die genetische Klassifikation gemäß dem Cancer Genome Atlas. Besondere Bedeutung hat die Charakterisierung von Patienten für die Mikrosatelliteninstabilität/HNPCC und Epstein-Barr Virus assoziierte Tumoren.

Klinische Bedeutung

Wie in anderen Industrieländern gehen die Erkrankungs- und Sterberaten beim Magenkrebs auch in Deutschland stetig zurück, und zwar in allen Altersbereichen und bei beiden Geschlechtern. Daran haben auch die Definition und Umsetzung der Leitlinien ihren Anteil. Die Gültigkeitsdauer der aktuellen Version wird auf 5 Jahre geschätzt; spätestens 2023 soll sie erneut überarbeitet werden.

Finanzierung: Deutsche Krebshilfe.