Lungenkrebs: warum die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Diagnose wichtig ist

  • Helga Gutz
  • Clinical Summary
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Erkenntnis

  • Patienten mit Lungenkrebs, die zum Zeitpunkt der Diagnose eine schlechtere gesundheitsbezogene Lebensqualität (health-related quality of life, HRQOL) aufweisen, haben ein größeres Risiko, die Erstlinientherapie nicht abzuschließen.

Warum das wichtig ist

  • Haus- und Fachärzte sollten die HRQOL bei der Diagnose bewerten.
  • Hausärzte können Onkologen dabei unterstützen, anhand der HRQOL-Ergebnisse Patienten zu identifizieren, bei denen das Risiko besteht, dass sie die onkologische Behandlung nicht abschließen, und dazu beitragen, den Behandlungsplan so anzupassen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Abschlusses erhöht ist.

Studiendesign

  • In dieser prospektiven Kohortenstudie wurden 137 Patienten in einem dänischen Krankenhaus von der Diagnose bis zum Ende der onkologischen Erstlinientherapie beobachtet.
  • Zum Zeitpunkt der Diagnose füllten die Patienten zwei validierte Fragebögen zur HRQOL aus: den Kernfragebogen zur Lebensqualität der Europäischen Organisation für die Erforschung und Behandlung von Krebs (EORTC QLQ-C30) und das Lungenkrebsmodul (QLQ-LC13).
  • Jede Antwort wurde auf einer vierstufigen Skala mit "überhaupt nicht", "ein wenig", "ziemlich" und "sehr" bewertet.
  • Jede Domäne der Funktionsfähigkeit und der Symptome wurde gemäß einer nicht abgeschlossenen bzw. abgeschlossenen onkologischen Erstlinientherapie untersucht, wobei ein Cut-off-Wert verwendet wurde (<66,67 Punkte auf einer Skala von 1-100 für schlechteres Funktionieren und >33,33 Punkte auf einer Skala von 1-100 für Symptome und verschiedene Elemente).
  • Finanzierung: Dänische Krebsgesellschaft.

Wesentliche Ergebnisse

  • 85% der Patienten hatten ein nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, und die übrigen ein kleinzelliges Lungenkarzinom.
  • 55% der Patienten hatten Lungenkrebs im frühen/mittleren Stadium und 45% im fortgeschrittenen Stadium.
  • Lediglich 54% der Patienten schlossen die onkologische Erstlinientherapie ab.
  • Bei Patienten, die eine geringere Funktionsfähigkeit angaben (im Vergleich zu einer höheren Funktionsfähigkeit), war die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie die Erstlinientherapie nicht abschlossen (nach Anpassung für Geschlecht, Alter, Bildung, Familienstand, Rauchen, Alkohol, Body-Mass-Index, Stadium, Komorbidität und Behandlung):
    • Eine schlechte körperliche Funktion war mit einer >4-fach höheren Wahrscheinlichkeit verbunden, die Therapie nicht abzuschließen (Odds Ratio [OR] 4,44; 95% KI 1,52-14,32).
    • Eine schlechte Rollenfunktion war mit einer >6-fach höheren Wahrscheinlichkeit eines Nicht-Abschließens verbunden (OR 6,09; 95% KI 2,03-20,93).
    • Eine schlechte emotionale Funktion war mit einer fast 6-fach höheren Wahrscheinlichkeit eines Nicht-Abschließens verbunden (OR 5,86; 95% KI 2,01-19,23).
    • Eine schlechte soziale Funktion war mit einer >3-fach höheren Wahrscheinlichkeit eines Nicht-Abschließens verbunden (OR 3,13; 95% KI 1,01-10,46).
  • Patienten, die folgende Symptome oder Items wie finanzielle Schwierigkeiten angaben (im Vergleich zu Patienten ohne Symptome oder Items), hatten ein höheres Risiko, die Erstlinientherapie nicht abzuschließen (nach den gleichen Anpassungen wie oben):
    • Fatigue war mit einer >7-fach höheren Wahrscheinlichkeit verbunden, die Therapie nicht abzuschließen (OR 7,55; 95% KI 2,44-27,42).
    • Schmerzen waren mit einer >8-fach höheren Wahrscheinlichkeit eines Nicht-Abschließens verbunden (OR 8,24; 95% KI 2,05-41,92).
    • Appetitlosigkeit war mit einer >4-fach höheren Wahrscheinlichkeit eines Nicht-Abschließens verbunden (OR 4,66; 95% KI 1,17-20,95).
    • Finanzielle Schwierigkeiten waren mit einer >17-fach höheren Wahrscheinlichkeit eines Nicht-Abschließens verbunden (OR 17,23; 95% KI 1,12-587,1).
    • Schmerzen in anderen Körperteilen waren mit einer >5-fach höheren Wahrscheinlichkeit eines Nicht-Abschließens verbunden (OR 5,37; 95% KI 1,46-22,74).

Einschränkungen

  • Monozentrische Studie.
  • Beobachtungsdesign.