Lungenkrebs: Daten zur Lebensqualität aus der Studie KEYNOTE-189 veröffentlicht

  • Lancet Oncology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs wirkt sich die Addition des Checkpoint-Inhibitors zu einer Platin-haltigen Chemotherapie kurzfristig nicht negativ auf die Lebensqualität aus und scheint diese mittelfristig sogar zu verbessern.

Hintergrund

Die Studie KEYNOTE-189 hat ergeben, dass Patienten mit zuvor unbehandeltem, metastasiertem, nicht-squamösem, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs unter einer Therapie mit Pemetrexed/Platin plus Pembrolizumab länger überleben und ein längeres progressionsfreie Überleben haben, als ohne den Immunceckpoint-Inhibitor. Für eine umfassende Bewertung fehlten aber noch die direkt vom Patienten gemeldeten Ergebnisse („patient-reported outcomes“, PRO).

Design

Auswertung der multizentrischen, doppel-blinden, randomisierten, Placebo-kontrollierten Phase-3-Studie KEYNOTE-189 bezüglich PRO. Dazu wurden während des 1. bis 5. Therapiezyklus, danach alle 3 Zyklen und während des 2. und 3. Studienjahres alle 4 Zyklen zwei Fragebögen zur Lebensqualität ausgefüllt: Das European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality-of-Life Questionnaire-Core 30 (QLQ-C30) und das Lung Cancer 13 (QLQ-LC13). Gefragt wurde nach der Veränderung der Lebensqualität vom Ausgangswert bis zur Woche 12 (während der Chemotherapie) und Woche 21 (nach der Chemotherapie).

Ergebnisse

  • Der QLQ-C30 wurde anfänglich ebenso wie in Woche 12 von etwa 90 % der Patienten in beiden Gruppen ausgefüllt. Dieser Anteil sank in Woche 21 auf 76 % unter den mit Pembrolizumab behandelten Patienten und auf 64 % in der Kontrollgruppe.
  • Beim globalen Gesundheitsstatus und der Lebensqualität (GHS/QOL) waren mit Pembrolizumab behandelte Patienten bis zur Woche 12 stabil (+ 1,0 Punkte, 95%-Konfidenzintervall – 1,3 bis 3,2), während man unter Placebo einen Rückgang um 2,6 Punkte (95%-KI – 5,8 bis 0,5) registrierte. Die Gruppendifferenz von 3,6 Punkten hatte ein 95%-KI von – 0,1 bis 7,2 sodass die Signifikanz knapp verfehlt wurde (p = 0,053).
  • Beim Vergleich der Ausgangswerte mit Woche 21 ergab sich eine signifikante Differenz zugunsten Pembrolizumab (+ 1,3 versus – 4,0 Punkte, entsprechend 5,3 Punkten Unterschied bei p = 0,014).
  • Die mediane Zeit bis zur Verschlechterung bei Husten, Brustschmerzen oder Atemnot war zum Zeitpunkt der Auswertung unter Pembrolizumab noch nicht erreicht; unter Placebo betrug sie 7 Monate. Das Chancenverhältnis HR von 0,81 war zu diesem Zeitpunkt noch nicht signifikant (p = 0,16)

Bedeutung

Die Daten zur Lebensqualität belegen, dass diese sich unter Pembrolizumab im Vergleich zu Placebo nicht verschlechtert. Es besteht im Gegenteil eine Tendenz und nach 21 Wochen ein signifikanter Unterschied zugunsten einer Therapie mit dem Checkpoint-Inhibitor. Befürchtungen, dass die verlängerte Lebenserwartung durch schlechtere Lebensqualität erkauft werden muss, werden damit widerlegt.

Finanzierung: Merck Sharp & Dohme.