Lungenkrankheiten: wesentliche Erkenntnisse im Januar 2018  


  • Studien - kurz & knapp
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Die 2 wesentlichen Studien zu Lungenkrankheiten diesen Monat, ausgewählt aus 258 Peer-Review-Studien

1. Eine eigenständig durchgeführte Atemtherapie, die nun kostenlos online erhältlich ist, kann die Lebensqualität von Asthmapatienten deutlich verbessern. Ein redaktioneller Begleitartikel bestätigt die nachgewiesene Wirksamkeit einer solchen Therapie, weist aber auch darauf hin, dass sie nur ergänzend angewendet werden darf. Siehe unsere Zusammenfassung der wichtigsten Punkte des Artikels aus Lancet Respir Med unten.

2. Bei COPD-Patienten führt die Einleitung langwirksamer inhalierter Bronchodilatatoren in den ersten 30 Tagen zu einem etwa 1,5-mal höheren Risiko für ein Ereignis in Zusammenhang mit einer kardiovaskulären Erkrankung (KVE). Das Risiko steigt unabhängig von KVE oder Exazerbationen in der Vorgeschichte. Eine Behandlung mit langwirksamen β2-Agonisten oder langwirksamen Muskarin-Antagonisten muss mit Vorsicht eingeleitet werden. Siehe unsere Zusammenfassung der wichtigsten Punkte des Artikels aus JAMA Intern Med unten.


Erkenntnis
  • Eine eigenständig durchgeführte Atemtherapie, die nun kostenlos online erhältlich ist, kann die Lebensqualität von Asthmapatienten deutlich verbessern.
  • Ein redaktioneller Begleitartikel bestätigt die nachgewiesene Wirksamkeit einer solchen Therapie, weist aber auch darauf hin, dass sie nur ergänzend angewendet werden darf.
Wesentliche Ergebnisse
  • Die Werte im Fragebogen zur Lebensqualität mit Asthma (Asthma Quality of Life Questionnaire, AQLQ) waren nach beiden Interventionen mit Atemtherapie höher als in der Gruppe mit standardmäßiger Versorgung (DVD plus Broschüre [DVDB]: 5,40; Therapie mit persönlicher Betreuung: 5,33; standardmäßige Versorgung: 5.12).
  • Die bereinigten durchschnittlichen Unterschiede der AQLQ-Werte zwischen Intervention und standardmäßiger Versorgung erwiesen sich bei beiden Interventionen als signifikant (p < 0,05), und zwar sowohl in der Intent-to-Treat- als auch in der Per-Prüfplan-Population.
  • Die DVDB-Gruppe und die Gruppe mit persönlicher Betreuung unterschieden sich nicht signifikant voneinander.
  • Die Anzahl der notwendigen Behandlungen betrug für die DVDB-Gruppe im Vergleich zur Gruppe mit standardmäßiger Versorgung 8 und für die Gruppe mit persönlicher Betreuung im Vergleich zur Standard-Gruppe 7.
Studiendesign
  • Multizentrische, randomisierte, kontrollierte, dem Beobachter gegenüber verblindete Studie, an der 655 Einwohner des Vereinigten Königreichs im Alter von 16–70 Jahren teilnahmen, deren Lebensqualität infolge von Asthma eingeschränkt war (AQLQ-Wert < 5,5).
  • Die Forscher erarbeiteten ein Atemtrainingsmodul, das eine DVD mit Broschüre umfasste.
  • Die Teilnehmer erhielten nach dem Zufallsprinzip im Verhältnis 2 : 1 : 2 entweder die DVDB (n = 261), 3 Atemtherapiesitzungen mit persönlicher Betreuung (n = 132) oder 12 Monate lang die standardmäßige Versorgung (n = 262).
  • Primärer Endpunkt: AQLQ-Wert nach 12 Monaten.
  • Finanzierung: National Institute of Health Research (GB).
Warum das wichtig ist
  • Eine Atemtherapie kann bei Asthma hilfreich sein; sie ist jedoch teuer und schwer zugänglich.


Erkenntnis
  • Bei COPD-Patienten führt die Einleitung langwirksamer inhalierter Bronchodilatatoren in den ersten 30 Tagen zu einem etwa 1,5-mal höheren Risiko für ein Ereignis in Zusammenhang mit einer kardiovaskulären Erkrankung (KVE).
  • Das Risiko steigt unabhängig von KVE oder Exazerbationen in der Vorgeschichte.
  • Eine Behandlung mit langwirksamen β2-Agonisten (LABA) oder langwirksamen Muskarin-Antagonisten (LAMA) muss mit Vorsicht eingeleitet werden.
Wesentliche Ergebnisse
  • 37.719 Patienten mit KVE wurden per Matching 146.139 Kontrollpatienten gegenübergestellt.
  • In den ersten 30 Tagen der LAMA-/LABA-Anwendung stieg das Risiko für ein KVE-Ereignis:
    • LABA: 1,50-fache Steigerung (95 %-KI: 1,35–1,67; p < 0,001); und
    • LAMA: 1,52-fache Steigerung (95 %-KI: 1,28–1,80; p < 0,001).
  • Nach ≥ 30 Tagen Anwendung eines der beiden Medikamente normalisierte sich das Risiko weitgehend.
Studiendesign
  • Eingebettete Fall-Kontroll-Studie; 284.220 Patienten ohne LABA-/LAMA-Vorbehandlung mit COPD und im Alter von ≥ 40 Jahren aus der Forschungsdatenbank der taiwanesischen nationalen Krankenversicherung (Taiwan National Health Insurance Research database) aus den Jahren 2007–2011.
  • Jeder Fall von koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, ischämischem Schlaganfall und Arrhythmie, der eine stationäre Behandlung oder Notfallversorgung erforderte, wurde auf frühere LAMA-/LABA-Anwendung hin untersucht, stratifiziert und per Matching 4 Kontrollpatienten gegenübergestellt.
  • Die durchschnittliche Nachbeobachtungsdauer betrug 2,0 Jahre.
  • Finanzierung: Ministry of Science and Technology (China).
Warum das wichtig ist
  • Es ist unklar, ob LABA/LAMA KVE-Ereignisse bei COPD auslösen können.

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