Lungenkarzinom: Protonenstrahl reduziert kardiovaskuläre Strahlendosis

  • 20.11.2020

  • Deepa Koli
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Protonenstrahltherapie erreicht eine signifikante Reduktion der Strahlendosis auf das Herz bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem NSCLC.
  • Patienten, die mit Protonenstrahlen bestrahlt wurden, hatten signifikant seltener transiente ischämische Attacken.

Warum das wichtig ist

  • Radiotherapie-bedingte sekundäre Kardiotoxizität ist ein Problem bei Patienten mit Lungenkarzinom.
  • Die Reduktion der Strahlendosis auf das Herz ist eine sinnvolle Strategie bei diesen Patienten.

Studiendesign

  • 202 konsekutive Patienten mit lokal fortgeschrittenem NSCLC, die mit Chemotherapie plus entweder Protonenstrahl (n=98) oder konventioneller Photonenbestrahlung (n=104) behandelt wurden.
  • Finanzierung: keine.

Wesentliche Ergebnisse

  • Das mittlere Follow-up war 29 Monate.
  • Zu Studienbeginn hatte die Protonenstrahl-Kohorte eine höhere Prävalenz vorangegangener kardiovaskulärer Ereignisse (46,9% gegenüber 31,7%; p=0,03).
  • Die Protonenstrahl-Kohorte war signifikant älter (Durchschnittsalter 69,4 vs. 63,0 Jahre; p
  • Die mittlere Herzdosis war in der Protonenstrahl-Gruppe signifikant niedriger (6,7 vs. 15,2 Gy; p
  • Die Protonenstrahl-Gruppe hatte signifikant seltener transiente ischämische Attacken als die Photonenstrahl-Gruppe (1,1% vs. 8,2%; p=0,037).
  • Es zeigte sich kein Unterschied in der Häufigkeit von:
    • Myokardinfarkt: 2,3% vs. 9,0% (p=0,06).
    • Schlaganfall: 3,2% vs. 6,1% (p=0,50).
    • Gesamten kardiovaskulären Ereignissen: 53,1% vs. 47,1% (p=0,48).
  • Die 3-Jahres-OS-Rate war in der Protonenstrahl- und Photonenstrahl-Gruppe ähnlich (38,8%  vs. 42,1%; p=0,99).

Einschränkungen

  • Retrospektiv.