Lungenkarzinom: Induktionstherapie steigert nicht das Mortalitätsrisiko

  • Brunelli A & al.
  • Eur J Cardiothorac Surg
  • 22.10.2019

  • von Kelli Whitlock Burton
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Der Einsatz neoadjuvanter Chemotherapie vor einer Lobektomie oder Pneumonektomie beim lokal fortgeschrittenen Lungenkarzinom war nicht verbunden mit einem erhöhten postoperativen Mortalitätsrisiko, jedoch mit einer erhöhten postoperativen Morbidität.

Warum das wichtig ist

  • Es wurde vermutet, dass der Anstieg postoperativer Nebenwirkungen einer der potentiellen negativen Effekte der Induktionstherapie ist, jedoch fehlten dazu Daten.

Studiendesign

  • 52.982 Patienten der Datendank der European Society of Thoracic Surgeons unterzogen sich zwischen 2007 und 2017 aufgrund eines Lungenkarzinoms einer anatomischen Lungenresektion.
  • Finanzierung: keine offengelegt.

Wesentliche Ergebnisse

  • 6587 Patienten erhielten eine Pneumonektomie und 46.395 eine Lobektomie.
  • 8,2% der Lobektomie-Patienten und 20% der Pneumonektomie-Patienten erhielten eine Induktionstherapie.
  • Unter den Lobektomie-Patienten war die Häufigkeit kardiopulmonaler Komplikationen höher in der Induktionsgruppe (16% vs. 14%; p
  • Unter den Pneumonektomie-Patienten war die Häufigkeit kardiopulmonaler Komplikationen nicht signifikant unterschiedlich zwischen den Gruppen, jedoch zeigte sich in der Induktionsgruppe eine signifikant bessere 30-Tages-Mortalität (5,2% vs. 6,8%; p=0,27).
  • Nach Propensity-Analyse war die Häufigkeit kardiopulmonaler Komplikationen signifikant höher in der Induktions-Pneumonektomie-Gruppe (21% vs. 18%; p=0,030), jedoch war die 30-Tages-Mortalität und die Häufigkeit bronchopleuraler Fisteln ähnlich in beiden Gruppen.

Einschränkungen

  • Retrospektive Studie.