Lungenemphyseme wachsen mit der Konzentration der Luftschadstoffe

  • JAMA

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine US-Studie zeigt signifikante Zusammenhänge zwischen Ausgangs- und Langzeitexpositionen gegenüber Luftschadstoffen und dem Wachstum beziehungsweise der Zunahme von Lungenemphysemen.

Hintergrund

Die Assoziation zwischen dem Ausmaß der Luftverschmutzung und kardiovaskulären bzw. respiratorischen Erkrankungen wurde für, in der Vergangenheit gemessene, Werte bereits etabliert. Laut den Autoren ist aber nicht bekannt, ob die Exposition gegenüber heutigen Schadstoff-Konzentrationen mit der Progression zum Emphysem einhergeht.

Design

Ziel der Studie war es, die zeitliche Assoziation von Ozon, Feinstaub (PM2.5), Stickoxiden und Ruß mit der prozentualen Veränderung von Emphysemen zu vergleichen, deren Umfang mittels CT und Lungenfunktionsstests bestimmt wurde. Die Autoren nutzten dazu Modellrechnungen zu den Luftschadstoffen und die Daten von 2772 Erwachsenen zwischen 45 und 84 Jahren, die in den Jahren 2000 – 2002 bzw. 2005 – 2007 an der Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis (MESA) Air and Lung in 6 Großstadtregionen der USA teilgenommen hatten.

Neuerungen (Auswahl)

  • Das Ausmaß von Emphysemen betrug zu Beginn der Studie median 3 % und erhöhte sich im Durchschnitt über 10 Jahre um 0,58 Prozentpunkte.
  • Während der Nachverfolgungszeit waren die durchschnittlichen Außenluftkonzentrationen von Ozon und Feinstaub erheblich zurückgegangen, nicht aber die Ozon-Konzentrationen.
  • Zwischen den Ausgangskonzentrationen fanden sich folgende signifikante Assoziationen mit einem stärkeren Anwachsen der Emphyseme über 10 Jahre:
    • Ozon: 0,13 Prozentpunkte je 3 Milliardstel Volumenanteile (95%-Konfidenzintervall 0,03 – 0,24)
    • Feinstaub (PM2.5): 0,11 Prozentpunkte je 2 µg/m3 (95%-KI 0,03 – 0,19)
    • Stickoxide: 0,06 Prozentpunkte je 10 Milliardstel Volumenanteile (95%-KI 0,01 – 0,12)
    • Ruß: 0,10 Prozentpunkte je 0,2 µg/m3 (95%-KI 0,01 – 0,18)
  • In der Nachverfolgung ergaben sich ebenfalls signifikante Zusammenhänge für Ozon und Stickoxide, nicht aber für Feinstaub.
  • Bei der Abnahme der Einsekundenkapazität fand sich ein signifikanter Zusammenhang lediglich mit erhöhten Ozon-Konzentration, nicht aber mit den anderen Schadstoffen. Beim Ausgangswert fand sich über zehn Jahre ein Verlust von 13,41 mL je 3 Milliardstel Volumenanteile (95%-KI 0,7 – 26,1), und in der Nachverfolgung waren es 18,15 mL je 3 Milliardstel Volumenanteile (95%-KI 1,59 – 34,71).

Klinische Bedeutung

Die Studie liefert eine Bestätigung für den Wert von Luftreinhaltemaßnahmen, denn sie zeigt einen signifikanten Zusammenhang zwischen einer Langzeitexposition mit den wichtigsten Schadstoffen und einer Zunahme des Volumens von Lungenemphysemen. Die Autoren heben Erfolge bei der Reduktion von Feinstaub und Stickoxiden während des Beobachtungszeitraumes hervor, verweisen aber auch darauf, dass die Ozonwerte ohne weitere Regulationen wohl nicht sinken werden.

Finanzierung: US Environmental Protection Agency (EPA) and the University of Washington Center for Clean Air Research (UW CCAR).