Lungenembolie: Sterberaten in Europa gesunken, aber noch immer recht hoch

  • Lancet Respiratory Medicine

  • von Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Bei den Todesfällen durch Lungenembolien gibt es in Europa zwar einen Trend nach unten. Aber dennoch sind Lungenembolien weiterhin ein großes medizinisches und gesellschaftliches Problem.

Hintergrund

Die Lungenembolie ist ebenso wie etwa der Myokardinfarkt oder intrazerebrale Blutungen ein recht häufiger Notfall mit potenziell tödlichem Verlauf. Betroffen sind nicht allein alte Menschen. Da es sich um eine Erkrankung mit großer medizinischer und auch sozioökonomischer Relevanz handelt, sind Daten zur Prävalenz, Inzidenz und Mortalität wichtig. Zur Epidemiologie der Lungenembolie in Europa liegen den Autoren zufolge ausreichende Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO Europe) vor.

Design

Ausgewertet wurden WHO-Registerdaten von Osteuropa, Westeuropa, Nordeuropa, Südeuropa und Zentralasien (Zeitraum 2000 bis 2015). Als Tod infolge einer Lungenembolie wurden jene Todesfälle gewertet, bei denen gemäß der ICD-10 eine Lungenembolie als Haupttodesursache angegeben war.

Hauptergebnisse

  • Innerhalb von drei Jahren (2013 - 2015) gab es in den 41 Mitgliedsstaaten mit einer Gesamtbevölkerung von fast 651 Millionen Menschen im Mittel 38.929 Lungenembolie-assoziierte Todesfälle.
  • Bei Frauen im Alter von 15 bis 55 Jahren waren von 1000 Todesfällen 8 bis 13 Folge einer Lungenembolie, bei Männern dieser Altersgruppe waren es 2 bis 7.
  • Die alters-standardisierten Mortalitätsraten sanken zwischen 2000 und 2105 von 12,8 (95% CI 11,4–14,2) auf unter sieben (5,3-7,7) pro 100.000 Personen (Gesamtbevölkerung). Für Deutschland ermittelten die Autoren eine alters-standardisierte Rate von 9,4 (9,2–9,6). Zum Vergleich Italien: 2,7 (2,6–2,8). Die höchste Rate hatte Bulgarien (24,7).

Klinische Bedeutung

Die umfassende Analyse der EU-Daten zeigt nach Angaben der Autoren, dass Lungenembolien immer noch eine große Zahl von Todesfällen verursachen und erheblich zur Gesamtmortalität beitragen, insbesondere bei Frauen im Alter von 15 bis 55 Jahren. Die alters-standardisierte Mortalität im Zusammenhang mit Lungenembolien sei in den meisten Mitgliedstaaten seit Beginn des 21. Jahrhunderts zwar kontinuierlich zurückgegangen. Aber: Lungenembolien stellten noch immer ein globales Problem dar, das kontinuierliche Anstrengungen erfordere, um Prävention und Therapie weiter zu verbessern.

Finanzierung: Bundesministerium für Forschung und Bildung