Low-Fat oder mediterrane Diät? Spanische Studie prüft langfristen Nutzen für Herzkranke

  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine unizentrische Studie zum Vergleich des Nutzens zweier Diäten bei der Sekundärprävention kardiovas Erkrankungen ergibt nach sieben Jahren eine deutliche Überlegenheit einer mediterranen Ernährung gegenüber einer fettreduzierten Diät, allerdings nur bei Männern.

Hintergrund

Sowohl eine mediterrane als auch eine „Low-Fat“-Diät haben sich bei der Primärprävention kardiovaskulärer Krankheiten als wirksam erwiesen. Vergleiche zum längerfristigen Nutzen dieser Diäten in der Sekundärprävention wurden bislang allerdings weniger häufig gezogen.

Design

An der randomisierten Studie CARDIOPREV haben an der Reina-Sofia-Universität im spanischen Córdoba 1002 Patienten mit nachgewiesener koronarer Herzerkrankung, aber ohne Ereignisse in den vorherigen 6 Monaten teilgenommen. Sie waren durchschnittlich 59,5 Jahre alt und zu 82,5 % männlichen Geschlechts; zudem waren sie von den Studienärzten so eingeschätzt worden, dass sie eine Diät langfristig befolgen würden.

Die Probanden erhielten eine der beiden Diäten, deren Inhalte von Experten in halbjährlichen individuellen- und vierteljährlichen Gruppensitzungen inklusive schriftlicher Informationen vermittelt wurden. Als Anreiz bekamen Teilnehmer der erste Gruppe wöchentlich einen Liter Olivenöl des Hauptsponsors / Haushalt, die zweite Gruppe dagegen Pakete mit Nahrungsmitteln, die reich an komplexen Kohlehydraten waren.

Primäres Studienziel war ein Kompositwert aus größeren kardiovaskulären Ereignissen inklusive Infarkt, Revaskularisation, ischämischem Schlaganfall, pAVK und Tod. Die Nachverfolgung dauerte 7 Jahre.

Ergebnisse

  • Der primäre Endpunkt ereignete sich unter einer mediterranen Diät 87-mal, in der Low-Fat-Gruppe 111-mal. Dies entspricht Raten von 28,1 bzw. 37,7 / 1000 Personenjahren (p = 0,039).
  • Das adjustierte Chancenverhältnis HR wurde in mehreren Modellen berechnet, die jedoch mit Werten von 0,719 bis 0,753 alle zugunsten der mediterranen Diät ausfielen.
  • Während sich für die 175 Frauen in der Studie keine Unterschiede fanden, war die Differenz bei alleiniger Betrachtung der Männer umso prononcierter: Hier wurde der Endpunkt bei 16,2 versus 22,8 % erreicht, was ein multiadjustiertes HR von 0,669 (p = 0,013) ergab.

Klinische Bedeutung

Zwei Schwächen dieser Studie sind das unizentrische Design und die Inklusion von ausschließlich Patienten, die in der Einschätzung der Ärzte die Diät auch befolgen würden. Man kann auch vermuten, dass die Adhärenz der teilnehmenden Spanier schon aus Gewohnheit bei der mediterranen Diät größer gewesen sein könnte. Für die Autoren steht dennoch fest, dass die Mittelmeer-Diät gegenüber Low-Fat überlegen ist. Sie sprechen sogar von einer „Hallmark“-Studie zu dieser Fragestellung, die man nutzen könne, um die klinischen Leitlinien zu Diätempfehlungen und Nachverfolgung von Patienten mit koronaren Herzerkrankungen zu ändern.

Finanzierung: Fundacion Patrimonio Comunal Olivarero, Fundacion Centro para la Excelencia en Investigacion sobre Aceite de Oliva y Salud, Spanische Regierung, EU.