Literaturauswertung über Wirksamkeit und Nebenwirkungen der Präparate zur Erstbehandlung der Schizophrenie vorgelegt


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine Auswertung der Literatur zur Erstbehandlung der Schizophrenie findet trotz schlechter Evidenz Hinweise auf die Überlegenheit von Amisulprid, lanzapin, Ziprasidon und Risperidon gegenüber Haloperidol; doch sollte sich die Auswahl der Arznei an den Nebenwirkungen orientieren.

Hauptergebnisse

  • Von 19 identifizierten Studien mit 12 verschiedenen Antipsychotika und 2669 Teilnehmern hatten 13 Daten zum primären Studienziel, der Veränderung der Symptome.
  • 4 Arzneien waren signifikant besser als Haloperidol mit den folgenden Standardabweichungen: Amisulprid (-0,37), Olanzapin und Ziprasidon (jeweils -0,25) und Risperidon (-0,14)
  • Die Evidenz dafür war von „geringer bis moderater Qualität“.
  • Bei der Reduktion der Negativsymptomatik war Olanzapin gegenüber Haloperidol und Risperidon überlegen.
  • Mehrere Antipsychotika der 2.Generation hatten niedrigere Abbruchraten als Haloperidol.

Design

  • Literaturauswertung von randomisierten, kontrollierten Studien zur akuten Behandlung einer ersten Schizophrenie-Episode.
  • Primäres Studienziel waren Änderungen der Symptome.
  • Sekundäre Studienziele waren u.a. Änderungen bei Positiv- und Negativsymptomatik, kategorisches Ansprechen auf die Behandlung, Studienabbruch sowie diverse Indikatoren für Nebenwirkungen.
  • Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Klinische Bedeutung

Die erste Episode einer Schizophrenie gilt als prägend für den weiteren Verlauf der Krankheit. Welche Arznei dabei bevorzugt werden sollte, wird kontrovers diskutiert, da es an Zusammenfassungen der direkten und indirekten Vergleiche mangelt. Mit ihrem systematischen Review haben die Autoren versucht, diese Wissenslücke zu verkleinern, kommen jedoch angesichts oft schlechter Evidenz lediglich zu dem Schluss, dass die Wahl der Therapie sich an den Nebenwirkungen orientieren sollte.