Listerien: EU-weite Studie zeigt eine verspätete Erkennung der meisten Ausbrüche


  • Dawn O'Shea
  • Univadis Medical News
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Etwa die Hälfte aller schweren Fälle von Listeriose in der Europäischen Union/dem Europäischen Wirtschaftsraum (EU/EWR) gehören zu Clustern, von denen viele von den derzeitigen Überwachungssystemen nicht schnell genug erkannt werden. Diese Ansicht wird in einem Artikel vertreten, der in Eurosurveillance veröffentlicht wurde.

Innerhalb der EU/des EWR ist Listeriose eine der vorrangigen Krankheiten, für die in diesem Jahr die Gesamtgenomsequenzierung (WGS) eingeführt wird, die die derzeitigen mikrobiologischen Methoden ersetzt.

Diese neue Studie, die vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) koordiniert wurde, stellte anhand von 2.726 humanen Listeria-monocytogenes-Isolaten aus 27 Ländern aus den Jahren 2010 bis 2015 einen Vergleich zwischen der WGS und aktuellen Nachweismethoden an.

Es stellte sich heraus, dass etwa die Hälfte aller Fälle zu Clustern gehörte und etwa ein Drittel der Clusterfälle mit Clustern aus mehreren Ländern zusammenhingen, die oft mehrere Jahre lang bestanden. Jedoch wurden im Jahr 2016 nur zwei und im Jahr 2015 nur fünf Ausbrüche gemeldet, was darauf hindeutet, dass viele nicht entdeckt wurden, so die Autoren.

Die EU/EWR-weite WGS verkürzte die Zeit bis zur Erkennung von Clustern im Vergleich zu epidemiologischen Untersuchungen in den einzelnen Ländern um bis zu fünf Monate.

Mike Catchpole, leitender Wissenschaftler des ECDC, kommentierte die Ergebnisse: „Diese Studie ist ein Meilenstein der Listeriosebekämpfung in Europa.“

„Wir verstärken jetzt die routinemäßige Überwachung, indem wir die Erfassung und Analyse von WGS-Daten von allen gemeldeten Fällen von Listeriose einführen“, so Catchpole.