LION: Lymphadenektomie verbessert OS bei fortgeschrittenem Ovarialkrebs nicht

  • Harter P & al.
  • N Engl J Med
  • 28.02.2019

  • von Deepa Koli
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkrebs verbessert eine systematische Lymphadenektomie paraaortaler Lymphknoten und von Lymphknoten im Beckenbereich nach einer kompletten makroskopischen Resektion nicht die Überlebenschancen und geht mit einer höheren Inzidenz postoperativer Komplikationen einher.

Warum das wichtig ist

  • Vorherige retrospektive Analysen deuteten einen Nutzen mit einer Lymphadenektomie an.

Studiendesign

  • Randomisierte, multizentrische Studie LION mit 647 Patientinnen mit neu diagnostiziertem, fortgeschrittenen Ovarialkrebs (Stadium IIB–IV laut FIGO-Klassifikation).
  • Patientinnen mit normalen Lymphknoten nach einer kompletten makroskopischen Resektion wurden per Zufallsverfahren intraoperativ für den Erhalt einer Lymphadenektomie oder keiner Lymphadenektomie zugewiesen.
  • Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft; der Wissenschaftsfond von Österreich.

Wesentliche Ergebnisse

  • Median 57 Knoten (Beckenbereich: 35; paraaortal: 22) wurden bei Patientinnen entfernt, die sich einer Lymphadenektomie unterzogen.
  • Das Überleben unterschied sich nicht signifikant zwischen der Gruppe mit und der Gruppe ohne Lymphadenektomie:
    • Medianes Gesamtüberleben (OS): 69,2 vs. 65,5 Monate (HR: 1,06; p = 0,65) und
    • medianes progressionsfreies Überleben (PFS): 25,5 Monate in beiden Gruppen (HR: 1,11; p = 0,29).
  • Eine Lymphadenektomie führte zu mehr postoperativen Komplikationen:
    • mediane Operationsdauer: 340 vs. 280 Minuten (p 
    • medianer Blutverlust: 650 vs. 500 ml (p 
    • Wiederholte Laparotomie: 12,4 % vs. 6,5 % (p = 0,01; und der Hauptgrund für eine wiederholte Laparotomie war eine Leckage oder eine Fistel im Darm, mit 22 vs. 8 Ereignissen) und
    • 60-Tages-Mortalität: 3,1 % vs. 0,9 % (p = 0,049).

Einschränkungen

  • Die Gruppe mit der schlechtesten Prognose war nicht berücksichtigt worden.