Levetiracetam kann Anfallsrisiko nach intrazerebraler Blutung senken

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Erkenntnis

  • Patienten mit akuter intrazerebraler Blutung wiesen während der frühen Erholungsphase ein geringeres Risiko für Krampfanfälle auf, wenn sie prophylaktisch Levetiracetam erhielten.

Warum das wichtig ist

  • Krampfanfälle treten ziemlich häufig auf und können das Überleben und das funktionelle Ergebnis verschlechtern.

Wesentliche Ergebnisse

  • Klinische oder elektrografische Krampfanfälle innerhalb der ersten 72 Stunden unter Levetiracetam im Vergleich zu einem Placebo:
    • Inzidenz: 16 % gegenüber 43 %; OR: 0,16 (95%-KI: 0,03–0,94); p = 0,043.
    • Alle waren lediglich elektrografisch.
  • Andere Wirksamkeitsergebnisse zugunsten von Levetiracetam gegenüber dem Placebo:
    • Anzahl elektrografischer Anfälle (6 gegenüber 158; p = 0,0021).
    • Mediane Dauer elektrografischer Krampfanfälle (67 gegenüber 780; p = 0,028).
  • Kein signifikanter Unterschied hinsichtlich der folgenden Veränderungen:
    • Punktzahl auf der NIH Stroke Severity Scale.
    • Punktzahl auf der modifizierten Rankin-Skala.
  • Häufigste behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse unter Levetiracetam im Vergleich zum Placebo:
    • Kopfschmerzen (39 % gegenüber 24 %).
    • Schmerzen (13 % gegenüber 40 %).
    • Stürze (30 % gegenüber 16 %).
  • Häufigste schwerwiegende unerwünschte Ereignisse unter Levetiracetam im Vergleich zum Placebo:
    • Neurologische Verschlechterung aufgrund intrazerebraler Blutung (4 % gegenüber 16 %).
    • Schwere Pneumonie (9 % gegenüber 8 %).

Expertenkommentar

  • In einem Kommentar schreiben Dr. med. Veronika Solnicky und Dr. med. Wendy C. Ziai: Obwohl klinische Krampfanfälle mit schlechteren Ergebnissen und erhöhter Mortalität assoziiert werden, ... wurde die Annahme, dass elektrografische Krampfanfälle bei intrazerebralen Blutungen in ähnlicher Weise mit einer schlechten Prognose assoziiert sind oder dass ihre Verringerung klinisch wichtige Ergebnisse verbessert, bisher nicht bestätigt. Wir warten daher auf Studien, welche die erheblichen Herausforderungen einer kontinuierlichen EEG-Überwachung überwinden können. Die Ergebnisse solcher Studien würden solide reproduzierbare Daten liefern, die als Grundlage für Leitlinien zur Anfallsprophylaxe nach einer akuten intrazerebralen Blutung dienen könnten.

Studiendesign

  • Randomisierte kontrollierte Studie der Phase III aus Frankreich mit 50 Erwachsenen mit leichter bis mittelschwerer spontaner intrazerebraler Blutung (PEACH-Studie).
  • Randomisierung: Levetiracetam (500 mg alle 12 Stunden) im Vergleich zu Placebo, eingeleitet innerhalb von 48 Stunden nach Einsetzen der Symptome und Fortsetzung für 6 Wochen.
  • Start eines kontinuierlichen EEG innerhalb von 24 Stunden.
  • Hauptergebnis: Klinischer Krampfanfall innerhalb von 72 Stunden nach Aufnahme oder elektrografischer Krampfanfall im kontinuierlichen EEG.
  • Finanzierung: Französisches Gesundheitsministerium.

Einschränkungen

  • Kleine Stichprobe.
  • Bildgebende Verfahren nicht standardisiert.
  • Levetiracetam-Spiegel im Serum nicht analysiert.