Leistungsfähigkeit von Profifußballern leidet unter Feinstaub

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Luftwerte deutlich unterhalb der EU-Grenzwerte bewirken bereits negative Produktivitätseffekte, die sich bei extremer Luftverschmutzung dann vervielfachen. Das hat eine Studie des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) ergeben. Konkret wurde gezeigt, wie Feinstaub die Leistung von Fußball-Profis der deutschen Bundesliga beeinträchtigt.

Die Forscher werteten die Daten von mehr als 1.700 Spielern aus, die in zwölf Spielzeiten bis 2011 für 29 verschiedene Vereine in fast 3.000 Spielen aktiv waren. Anschließend verglichen sie die Zahlen mit den Feinstaub-Messwerten am jeweiligen Spielort. Als Leistungsindikator diente die Anzahl der jeweils gespielten Pässe. Da Tag, Ort und Uhrzeit jedes Spiels bekannt sind, ließen sich stundengenaue Informationen zur Feinstaub-Konzentration in unmittelbarer Umgebung des jeweiligen Stadions ermitteln.

Es zeigte sich, dass ältere Spieler stärker vom Feinstaub beeinträchtigt wurden als Nachwuchsspieler. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei Abwehr- und Mittelfeldspielern mit langen Laufwegen. Während der "englischen Wochen" fiel die Leistung zudem deutlicher ab. Die Ergebnisse eignen sich für die Erforschung von Produktivitätseffekten, weil sie im Detail erfasst wurden und sich räumlich wie zeitlich exakt zuordnen ließen.

Aus der IZA-Studie lassen sich wichtige Erkenntnisse für die Erwerbsbevölkerung ableiten. Denn die Produktivität eines durchschnittlichen Erwerbstätigen, der körperlich weniger fit ist als ein Profi-Fußballer, dürfte unter Luftverschmutzung noch massiver leiden. Zudem rufen bereits moderate Feinstaub-Konzentrationen wirtschaftliche Schäden durch entgangene Produktivität hervor.