Leichter Hypercortisolismus bleibt trotz Cushing-Behandlung bestehen

  • Miriam E. Tucker
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine signifikante Untergruppe von Patientinnen mit Cushing-Syndrom (CS), die mit Cortisol-senkenden Medikamenten behandelt wurden, zeigte trotz persistierendem normalisiertem freiem Cortisol im Urin (urinary free cortisol, UFC) einen persistierenden leichten Hypercortisolismus.

Warum das wichtig ist

Eine Operation zur Exzision eines Hypophysentumors ist bei 15–25 % der CS-Patienten nicht erfolgreich, es treten häufig Rezidive auf.

Die anschließende medikamentöse Behandlung wird titriert, um die UFC-Werte zu normalisieren.

Im Vergleich zu häufig genutzten biologischen Messungen zur Überwachung Cortisol-senkender medikamentöser Behandlungen bei CS-Patienten liegen bisher keine Daten zu Cortisol und Cortison im Haar vor.

Studiendesign

Multizentrische prospektive Studie mit 3 Gruppen aus CS-Patientinnen, die alle über 3 Monate beurteilt wurden: 

  • CushMed (n = 16) – die Patientinnen wurden mit einer stabilen Cortisol-senkenden Medikamentendosis behandelt und wiesen normale UFC-Werte auf.
  • CushSurg (n = 13) – die Behandlung der Patientinnen fand in Form einer Hypophysenoperation statt.
  • CushBla (n = 15) – die Patientinnen erhielten nach einer bilateralen Adrenalektomie stabile empfohlene Dosen Hydrocortison.

Von den CushMed-Patientinnen und am Studienende von den CushSurg- und CushBla-Patientientinnen wurden zwei Speichelproben spät in der Nacht und jeden Monat 24-Stunden-Urinproben gesammelt.

Bei allen Patientinnen wurde am Studienende eine 3 cm lange Haarprobe genommen.

Hauptergebnisse

  • Der Score für die klinischen Cushing-Werte war bei den CushMed-Patientinnen im Vergleich zu den CushSurg- und CushBla-Patientinnen erhöht (P < 0,0001).
  • Die berechnete Dauer der „Kontrolle des Hypercortisolismus“ war bei den CushBla-Patientinnen signifikant höher als bei den CushMed- und den CushSurg-Patientinnen (P < 0,01).
  • Die mittleren Cortison-Werte im Haar und die UFC-Konzentrationen waren bei den CushMed- und den CushBla-Patientinnen höher als bei den CushSurg-Patientinnen (P = 0,003 und 0,03).
  • Die Cortisol- und Cortison-Werte im Speichel waren in der späten Nacht bei den CushMed- vs. den CushSurg- und den CushBla-Patientinnen signifikant erhöht (beide P < 0,0001).
  • Der mediane Cortisol-Wert im Haar war bei den CushBla-Patientinnen höher als in den anderen Gruppen (P = 0,002) und unterschied sich zwischen den CushMed- und den CushSurg-Patientinnen nicht signifikant (P = 0,17).
  • Patientinnen mit erhöhten Cortison-Werten im Haar hatten einen erhöhten Bedarf an Antihypertensiva (P = 0,05).

Einschränkungen

Die Studie wurde mit einer kleinen Fallzahl und einer ungenauen Bewertung des klinischen Scores durchgeführt.

Finanzierung

Die Studie wurde von Novartis und HRA Pharma finanziert.

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