Lebrikizumab: Ein neuer Antikörper für die systemische Therapie der atopischen Dermatitis?

  • JAMA Dermatology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Die spezifische Hemmung von Interleukin 13 mit dem monoklonalen Antikörper Lebrikizumab verbesserte in einer Studie der Phase 2 von 16 Wochen Dauer bei Patienten mit Neurodermitis die Schwere und den Umfang der Erkrankung deutlich stärker als Placebo. Der Juckreiz verringerte sich bei 70 % der Verum-Empfänger erheblich, unter Placebo waren es nur 27 %.

Hintergrund

Etwa 52.000 Patienten in Deutschland leiden an einer mittelschweren bis schweren atopischen Dermatitis und kommen für eine systemische Therapie in Betracht. In den vergangenen Jahren konnte gezeigt werden, dass die Interleukine (IL) 4, 13 und 31 wesentliche Mediatoren der Pathogenese sind. Mit Dupilumab wurde bereits ein Antikörper in der EU zugelassen, der hier antagonistisch wirkt. Weitere Präparate sind noch in der Entwicklung, so auch der hier getestete monoklonale Antikörper Lebrikizumab, der gegen Interleukin 13 gerichtet ist, und selektiv die Bildung von heterodimeren Rezeptor-Signalkomplexen aus IL-13Rα1 und IL-4Rα unterbindet.

Design

Doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie der Phase 2 an 57 US-amerikanischen Zentren mit 280 Patienten, die subkutan entweder alle 4 Wochen 125 mg Lebrikizumab, alle 4 Wochen 250 mg Lebrikizumab, alle 2 Wochen 250 mg Lebrikizumab, oder Placebo erhielten. Primäres Studienziel war die prozentuale Veränderung auf dem Eczema Area and Severity Index (EASI) zwischen Behandlungsbeginn und Woche 16.

Ergebnisse

  • Die Patienten waren durchschnittlich 39,3 Jahre alt und zu 59,3 % weiblich.
  • Der EASI verbesserte sich in allen Gruppen, am stärksten jedoch mit höheren Dosierungen von Lebrikizumab:
    • Placebo: - 41,1 %
    • 125 mg / 4 Wochen: - 62,3 % (P = 0,02)
    • 250 mg / 4 Wochen: - 69,2 % (P = 0,002)
    • 250 mg / 2 Wochen: - 72,1 % (P
  • Auf einer Skala zur numerischen Bewertung des Juckreizes (Pruritus numeric rating scale, PNRS) zeigten sich Verbesserungen um mindestens 4 Punkte (teilweise schon am 2. Tag) bei:
    • 27,3 % der Patienten unter Placebo
    • 70,0 % % der Patienten unter hochdosiertem Lebrikizumab
  • Nebenwirkungen traten unter Placebo bei 46,2 % der Patienten auf, unter Lebrikizumab bei 56 %. Gehäuft zu sehen waren Reaktionen an der Injektionsstelle (5,7 versus 1,9 %), und Konjunktivitis (2,6 % versus 0 %)

Bedeutung

Bei einer vergleichsweisen kurzen Studiendauer von 16 Wochen zeigte sich ein ausgeprägter Placebo-Effekt. Andererseits war die Überlegenheit von Lebrikizumab signifikant und der Wirkeintritt schnell. Nach einer Replikation der Ergebnisse in Phase 3-Studien könne der Wirkstoff daher zu einem bedeutsamen Fortschritt bei den Behandlungsstandards der moderaten bis schweren Neurodermitis führen, schreiben die Autoren.

Finanzierung: Dermira, Inc.