Langzeitstudie zur Adipositas-Chirurgie: Nutzen kein „Strohfeuer“


  • Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Ein Magen-Bypass (Roux-en-Y) kann bei schwer Adipösen zu einer anhaltenden Reduktion von Gewicht und kardiovaskulären Risiken wie Diabetes mellitus, Hypertonie und Hyperlipidämie beitragen.

Hauptergebnisse

In der Gruppe der operierten Patienten (Gruppe A) betrug die Gewichtsreduktion nach zwei Jahren im Mittel 45 kg, nach sechs Jahren 36,3 kg und nach 12 Jahren 35 kg;

In der Gruppe B (keine Operation wegen Versicherung) betrug die Gewichtsreduktion nach 12 Jahren 2,9 kg; in der dritten Gruppe blieb das Gewicht unverändert.

Bei 66 der 88 operierten Patienten(75 %) mit Typ-2-Diabetes wurde nach zwei Jahren eine Remission der Stoffwechselerkrankung festgestellt; der Anteil fiel dann bis zur Abschlussuntersuchung nach 12 Jahren auf 51 Prozent. Auch bei der Inzidenz eines Typ-2-Diabetes sowie den Remissions- und Inzidenz-Raten von Bluthochdruck und Hyperlipidämie schnitten die operierten Patienten besser ab. Allerdings gab es - ähnlich wie in anderen Studien zu bariatrischen Eingriffen - Suizide bei den operierten Patienten (insgesamt sieben).

Design

Prospektive Langzeit-Beobachtungsstudie in den USA mit einer Beobachtungsdauer von 12 Jahren. 1156 adipöse Patienten nahmen daran teil; 418 von ihnen bekamen einen Magen-Bypass (Gruppe A), 417 Patienten wollten operiert werden, wurden es aber aus Versicherungsgründen nicht; (Gruppe B); 321 wollten nicht operiert werden (Gruppe C). Die Patienten wurden zu Beginn, nach zwei, sechs und 12 Jahren auf mehrere Parameter hin untersucht (Gewicht, Hypertonie, Hyperlipidämie und Typ-2-Diabetes). Finanzierung: „National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases“ sowie andere.

Klinische Bedeutung

Die Langzeit-Daten zeigen, dass für schwer adipöse Menschen ein solcher bariatrischer Eingriff eine auch langfristig sinnvolle Option sein kann, da bedrohlichen kardiovaskulären Risikofaktoren entgegengeirkt wird. Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass die Behandlung der Patienten nicht mit der Entlassung aus dem Krankenhaus endet. Die Patienten müssen zm Beispiel dauerhaft auf ihre Ernährung und Nährstoffversorgung achten. Etwas Sorgen bereitet das möglicherweise erhöhte Suizid-Risiko. 

 

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