Langzeit-Verlauf nach Takotsubo-Syndrom: Rezidiv- und Sterberate

  • Heart

  • von Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Bei einem Teil der Patienten mit Takotsubo-Syndrom tritt die Stress-Kardiomyopathie wiederholt auf. Eine Therapie mit Betablockern kann offenbar den Verlauf positiv beeinflussen.

Hintergrund

Das Takotsubo Syndrom (TTS) ist eine Form der akuten Herzinsuffizienz und wichtige Differentialdiagnose bei Patienten mit Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom. Ein besonderes Merkmal des TTS ist ein auslösendes Ereignis im Vorfeld. Dieses Ereignis kann sowohl physischer als auch emotionaler Natur sein; auch erfreuliche Ereignisse können das Syndrom auslösen („Happy Heart Syndrome“). Betroffen sind vorwiegend Frauen, insbesondere nach der Menopause. Das TTS gilt heute anders als früher als eine prognostisch relevante Erkrankung. Da zur Langzeit-Prognose der Patienten und zu den prognostisch relevanten Faktoren nur relativ wenige Daten vorliegen, haben die Autoren der vorliegenden Studie eine mehrjährige Beobachtungsdauer gewählt. 

Design

Retrospektive Kohortenstudie in den USA mit 519 Patienten, bei denen eine Stress-Kardiomyopathie gesichert worden war. Die Beobachtungsdauer betrug im Mittel 5,2 Jahre.

Hauptergebnisse

Während der Beobachtungszeit wurde bei 39 Patienten (7,5%) ein erneutes Takotsubo-Syndrom diagnostiziert. 84 Patienten (16,2%) starben in dem Zeitraum. 

Mit Tod oder einem erneuten Takotsubo-Syndrom assoziiert waren:

  • Alter: HR 1,56 per 10 Jahre Alters-Zunahme, 95% CI 1,29 -1,87)
  • Männliches Geschlecht: HR 2,52, 95% CI 1,38 - 4,60
  • Diabetes mellitus: HR 1,6, 95% CI 1,06 - 2,43
  • Lungenerkrankungen: HR 2,0, 95% CI 1,37 - 2,91
  • Chronische Nierenerkrankung: HR 1,58, 95% CI 1,01 - 2,47

Eine Betablocker-Therapie geht den Berechnungen der Autoren mit einem reduzierten Risiko für Tod oder erneuter Stress-Kardiomyopathie einher (HR 0,46, 95% CI 0,29 - 0,72). Einen Zusammenhang mit einer ACE-Hemmer- oder Sartan-Therapie ergaben die Berechnungen nicht

Klinische Bedeutung

Die Studie liefert weitere Daten zum klinischen Verlauf nach einem ersten Auftreten einer Stress-Kardiomyopathie. Etwas überraschend ist wohl, dass dieser Studie zufolge männliches Geschlecht mit einem erhöhten Risiko für Tod und eine erneute Stress-Kardiomyopathie assoziiert ist. Da es sich um eine retrospektive Beboachtungsstudie handelt, sollte dies allerdings zurückhaltend interpretiert werden. Da die Wirkung von Stresshormonen und insbesondere die gesteigerte Aktivität des sympathischen Nervensystems durch Betablocker gedämpft werden können, ist es keine Überraschung, dass Betablocker in dieser Studie mit einem prognostisch günstigeren Verlauf einhergingen. 

Finanzierung: keine