Langwirksamer Bronchodilatator Umeclidinium verschafft Asthma-Patienten mehr Luft

  • Lancet Respiratory Medicine

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine einmal täglich inhalierte Dreifachkombination mit dem langwirkenden muskarinischen Antagonisten Umeclidinium kann die FEV1-Trogwerte bei Patienten mit moderatem bis schwerem Asthma verbessern, die unter einer alleinigen Therapie mit inhalierten Kortikosteroiden und langwirksamen ß-Agonisten keine ausreichende Linderung erfahren. Die Rate der Exazerbationen wird durch die Dreifachkombination aber nicht signifikant geringer.

Hintergrund

Trotz einer Therapie mit inhalierten Kortikosteroiden und langwirksamen ß-Agonisten (ICS/LABA) wird nur bei etwa 30 – 50 % der Patienten mit moderatem bis schwerem Asthma eine adäquate Krankheitskontrolle erreicht.

Design

In der doppelblinden, randomisierten Studie der Phase 3A CAPTAIN wurde in 5 Parallelgruppen bei 2439 Patienten aus 15 Ländern getestet, ob die einmal tägliche Anwendung einer Dreifachkombination (Flucticason-Furoat [FF], dem langwirkenden muskarinischen Antagonisten Umeclidinium [UMEC] und Vilanterol [VI] aus einem Inhalator (Ellipta) der Gabe der ICS/LABA-Kombination FF/VI überlegen ist. Dazu mussten die Teilnehmer (62 % Frauen, Durchschnittsalter 53,2 Jahre, BMI 29,4) u.a. mindestens 18 Jahre alt sein, die Krankheit trotz ICS/LABA unzureichend kontrolliert, und die prä-bronchodilatorischen FEV1-Werte zwischen 30 und 85 % der erwarteten normalen Werte liegen.

Ergebnisse

  • Primärer Endpunkt – Veränderung der FEV1-Trogwerte nach 24 Wochen:
    • FF/UMEC/VI (100/62,5/25 µg) gegenüber FF/VI (100/25 μg) 110 mL. 95%-Konfidenzintervall 66 – 153; p
    • FF/UMEC/VI (200/62,5/25 µg) gegenüber FF/VI (200/25 µg) 92 mL (95%-KI 49 – 135; p > 0,0001)
    • FF/UMEC/VI (100/31,25/25 µg) gegenüber FF/VI (100/25 µg) 96 mL (95%-KI 52 – 139; p
  • Sekundärer Endpunkt - Annualisierte Rate moderate und/oder schwerer Exazerbationen: Hier gab es in der gepoolten Analyse keine signifikanten Reduktionen unter 62,5 µg Umeclidinium. Die Raten waren aber niedriger in den Gruppen, die 200 µg versus 100 µg FF bekommen hatten.
  • Alle Gruppen verbesserten sich beim Gesamtwert auf dem St George’s Respiratory Questionnaire um mindestens 4 Punkte, was klinisch signifikant ist. Es gab aber keine Unterschiede zwischen den Gruppen.
  • Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen im Allgemeinen und der schweren Nebenwirkungen im Besonderen waren in den verschiedenen Gruppen ähnlich.

 

Klinische Bedeutung

Die Addition von Umeclidinium zu einer ICS/LABA-Kombination kann bei Patienten mit schlecht kontrolliertem moderatem bis schwerem Asthma die Lungenfunktion gegenüber einer alleinigen Kombination aus ICS und LABA verbessern. Die Anfallsrate wird dadurch aber nicht signifikant verringert. Das Risikoprofil spreche für die Dreifachkombination schreiben die Autoren, und sie bestätigen, dass höhere ICS-Dosen zu weniger Exazerbationen führen.

Finanzierung: GSK.