Lancet-Kommission kritisiert politischen Einfluss von „Big Food“


  • Dawn O'Shea
  • Univadis Medical News
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Führungspersonen müssen entschlossen mächtigen wirtschaftlichen Interessen entgegenhalten und weltweite wirtschaftliche Anreize innerhalb des Lebensmittelsektors überdenken, um die gemeinsamen Pandemien von Adipositas, Unterernährung und Klimawandel zu bekämpfen, besagt ein großer, zentraler Bericht von der Lancet-Kommission für Adipositas.

Die Kommission ruft zur Einrichtung eines neuen weltweiten Abkommens für Lebensmittelsysteme auf, ähnlich den weltweiten Übereinkommen für Tabakkontrolle und Klimawandel, um den Einfluss der Lebensmittelindustrie auf die politische Gestaltung zu begrenzen und nationales Handeln für gesunde, gerechte und nachhaltige Lebensmittelsysteme zu mobilisieren.

Der neue Bericht erhebt schwere Anschuldigungen gegen den „Big Food“-Sektor. Er besagt, Versuche des Einbezugs von Nachhaltigkeit in nationale Ernährungsleitlinien in den USA und Australien seien in Folge des Drucks von Seiten der Lebensmittelindustrie gescheitert. Im Zeitraum 2016–2017 seien von Herstellern zuckerhaltiger Getränke 50 Millionen USD ausgegeben worden, um auf lokale Initiativen zur Reduktion des Konsums von Limonaden Einfluss zu nehmen.

Der Bericht unterstreicht die Wichtigkeit des öffentlichen Drucks und verweist darauf, dass die Mobilisierung der Öffentlichkeit bei der Einführung der Steuer für zuckerhaltige Getränke in Mexiko zentral war, obwohl starker Widerstand seitens der Getränkeindustrie bestand. Innerhalb von zwei Jahren nach der Einführung einer 10 %-Steuer ging der Konsum von zuckerhaltigen Getränken um 7,6 % zurück.