Längeres Überleben bei fortgeschrittenem HR+ Mamma-CA durch Fulvestrant plus Anastrozol


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Frauen mit metastasiertem, Hormonrezeptor-positivem (HR+) Brustkrebs leben länger, wenn sie statt des Anti-Östrogens Anastrozol allein eine Kombination aus Anastrozol plus Fulvestrant erhalten.

Hintergrund

Bereits im Jahr 2012 wurden Ergebnisse der Studie S0226 publiziert, wonach das progressionsfreie Überleben geringfügig (15,0 versus 13,5 Monate) und das Gesamtüberleben deutlich (47,7 versus 41,3 Monate) länger ist, wenn postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor-positivem, metastasiertem Brustkrebs statt einer Monotherapie mit Anastrozol eine Kombinationstherapie mit zusätzlich Fulvestrant erhalten. Die aktuelle Studie berichtet nun die finalen Überlebensdaten.

Design

Randomisierung von 707 Patientinnen auf Anastrozol mit oder ohne Fulvestrant und Stratifizierung gemäß adjuvanter Einnahme von Tamoxifen. Analyse nach Gesamtüberleben und Auswertung der Sicherheit beider Therapieregime.

Hauptergebnisse

  • Unter der Kombinationstherapie verstarben 71 % der Frauen bei einem medianen Gesamtüberleben von49,8 Monaten. Unter Anastrozol allein waren 76 % verstorben; hier betrug das mediane Gesamtüberleben 42,0 Monate.
  • Das Chancenverhältnis HR betrug 0,82 zugunsten der Kombination und war bei einem 95%-Konfidenzintervall von 0,69 – 0,98 signifikant (P = 0,03).
  • Eine Subgruppenanalyse ergab einen größeren Nutzen für die Kombinationstherapie bei Frauen, die zuvor kein Tamoxifen erhalten hatten (medianes Überleben 52,2 versus 40,3 Monate).
  • Dagegen waren die Überlebenszeiten ähnlich und nicht signifikant verschieden bei Frauen, die mit Tamoxifen vorbehandelt waren (48,2 versus 43,5 Monate; P = 0,09).
  • Die Inzidenz langfristiger toxischer Effekte der Schweregrade 3 – 5 war in beiden Gruppen ähnlich.
  • Etwa 45 % der Patientinnen unter der Anastrozol-Monotherapie waren während der Studie nach Progression zur Kombinationstherapie übergegangen.

Klinische Bedeutung

Die aktuelle Studie liefere die bislang vielversprechendsten Beweise für die lebensverlängernde Wirkung einer First-Line-Therapie beim fortgeschrittenen, Hormonrezeptor-positiven Brustkrebs heißt es in einer Pressemitteilung des Krebsforschungsnetzwerkes SWOG. „Basierend auf dieser Langzeitanalyse lebten Frauen, die von Anfang an Fulvestrant bekommen haben, länger“, so die Erstautorin Professor Rita Mehta von der University of California Irvine. Dies sei „glaubwürdige Evidenz“, dass eine kombinierte endokrine Therapie in diesem Setting als Option für die First-line-Therapie erwogen werden sollte.

Finanzierung: National Cancer Institute und AstraZeneca.