Länger stillende Mütter seltener von Endometriose betroffen


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Im Rahmen der Nurses Health Study II werden seit Ende der 1980er Jahre alle 24 Monate über 116.000 Frauen zu ihrem Lebensstil und ihren Erkrankungen befragt. 3.296 Frauen gaben bei der Befragung die Diagnose Endometriose an.

Bei der Auswertung der Daten zeigte sich, dass Mütter, die ihre Kinder länger gestillt hatten, später deutlich seltener an Endometriose erkrankten als Frauen, die von Geburt an das Fläschchen gaben oder sehr früh abgestillt hatten. Unter den Frauen, die drei Jahre oder länger gestillt hatten, traten 184 Fälle von Endometriose auf 100.000 Personenjahre auf. Bei Müttern die weniger als einen Monat oder gar nicht gestillt hatten, lag die Rate bei 453 Erkrankungsfällen auf 100.000 Personenjahre. Für jedes Quartal, das länger gestillt wurde, verminderte sich das Risiko um acht Prozent. Bekamen die Kinder ausschließlich Muttermilch und wurde nicht zugefüttert sank das Risiko in diesem Zeitraum sogar um 14 Prozent.

Die Autoren der Studie berechneten, dass Frauen - die ihren Kindern sehr lange die Brust geben - ihr Risiko für Endometriose um bis zu 40 Prozent senken können. Wie sich Stillen protektiv auswirkt ist noch nicht nachgewiesen. Vermutlich spielt das durch Stillen längere Ausbleiben der Monatsblutung eine Rolle. So zeigt die Nurses Health Study II auch, dass Mütter, deren Blutung erst spät nach der Entbindung wieder einsetzt seltener von Endometriose betroffen sind. Frauen, bei denen die Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter wächst leiden sehr oft unter Schmerzen, Beschwerden beim Geschlechtsverkehr und Dymenorrhoe. Die Frage, ob Stillen die Beschwerden einer bereits bestehenden Endometriose lindern kann, ist bislang nicht beantwortet.