Kritik an neuer Studienplatzvergabe

Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Münster/Berlin (pag) –  Die geplante Reform der Studienplatzvergabe hat die Ärztekammer Westfalen-Lippe kritisiert. Die von der Kultusministerkonferenz verabschiedeten Eckpunkte für einen Staatsvertrag bieten kein tragfähiges Instrument für die Auswahl der Medizinstudenten.

 

Die Reform sei teilweise eine „Verschlimmbesserung des Status quo“, kritisiert der Präsident der Ärztekammer, Dr. Theodor Windhorst. Die Kultusminister hätten „nicht verstanden, was in der Medizin gebraucht wird: Wir benötigen engagierte, sozialkompetente und empathische“ Ärzte. Die vorgesehene Erhöhung der Abiturbestenquote von 20 auf 30 Prozent konterkariere das. „Wir müssen noch mehr die Eignung der Studienplatzbewerber in den Vordergrund stellen, nicht vorherige schulische Bewertungen“, sagt Windhorst. Er fordert auch ein Bestandsrecht für die jetzigen Wartelisten-Bewerber. Wartezeitenquoten soll es ab dem Sommersemester 2020 nicht mehr geben.

 

„Kompliziert statt gerecht!“, so lautet das Fazit der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland zur geplanten Reform der Studienplatzvergabe. Auch die Studenten sind dafür, statt der Abiturbestenquote der neuen Eignungsquote mehr Beachtung zu schenken.

 

Der Entwurf des Staatsvertrags sieht vor, dass für die Vergabe der hochbegehrten Studienplätze künftig vier verschiedene Auswahlkriterien zur Verfügung stehen. 20 Prozent aller Studienplätze sind dabei als Vorabquote für die Bundeswehr, ausländische Staatsangehörige, Härtefälle und beruflich Qualifizierte ohne Hochschulzugangsberechtigung vorzubehalten. Die restliche Verteilung der Studienplätze erfolgt zu 30 Prozent über die Abiturbestenquote, zu zehn Prozent über die neu geschaffene Eignungsquote und zu 60 Prozent über Auswahlverfahren der Hochschulen.