Krebsrisiko bei Patienten mit atopischer Dermatitis


  • Mary Corcoran
  • Univadis Medical News
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Bei Patienten mit atopischer Dermatitis (AD) könnte ein erhöhtes Risiko für keratinozytäre Karzinome und Nierenkrebs bestehen, während die Wahrscheinlichkeit für Krebserkrankungen der Lunge und der Atemwege niedriger sein kann, besagen die Ergebnisse einer in JAMA Dermatology veröffentlichten Analyse. 

In einer systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse untersuchten Forscher Daten aus acht populationsbasierten Kohortenstudien (n = 5.726.692 Teilnehmer) und 48 Fallkontrollstudien (n = 114.136 Teilnehmer), um das Risiko für nicht-kutane und kutane Krebserkrankungen bei Patienten mit AD verglichen mit der Allgemeinbevölkerung ohne AD zu beurteilen. 

Die Autoren berichteten, dass AD in populationsbasierten Kohortenstudien statistisch signifikant mit keratinozytären Karzinomen (gepooltes standardisierte Inzidenzverhältnis [SIR] aus 5 Studien: 1,46; 95 %-KI: 1,20–1,77) und Nierenkrebs (gepooltes SIR aus 2 Studien: 1,86; 95 %-KI: 1,14–3,04) assoziiert war. Die Fallkontrollstudien zeigten eine niedrigere Wahrscheinlichkeit für Krebserkrankungen der Atemwege auf (4 Studien; gepoolte Odds-Ratio [OR]: 0,61; 95 %-KI: 0,45–0,82). In Bezug auf Krebserkrankungen des zentralen Nervensystems und Pankreaskrebs wurde widersprüchliche Evidenz gefunden, wobei Kohortenstudien ein höheres Krebsrisiko in Zusammenhang mit AD zeigten, während Fallkontrollstudien eine niedrigere Wahrscheinlichkeit erkennen ließen. 

Die Autoren schlussfolgerten, dass für ein besseres Verständnis der Mechanismen, die einem möglichen Zusammenhang zwischen AD und dem Krebsrisiko zugrunde liegen, weitere Forschung erforderlich ist.