Krankenkassen mit Rekordreserve

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Berlin (pag) – In den Kassen der Krankenkassen klingelt es. Im ersten Halbjahr dieses Jahres verzeichnen sie laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) einen Überschuss von 720 Millionen Euro.

Die Ausgaben für Krankenhausbehandlung sind der offiziellen GKV-Statistik zufolge im ersten Halbjahr um drei Prozent gestiegen. „Bei Preisabschlüssen zwischen 2,5 und drei Prozent spricht vieles dafür, dass die Mengenentwicklung in den Krankenhäusern wie im Vorjahr moderat verläuft“, sagt das BMG. 

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) glaubt, dass die Kliniken von der allgemeinen Entwicklung abgekoppelt werden. Das Plus von drei Prozent sei zu niedrig. „Umso unverständlicher ist es, dass durch das Pflegereformgesetz die Krankenhäuser mit der Hypothek einer Streichung von 500 Millionen Euro belastet werden sollen“, klagt die DKG. Sie fordert einen Tarifausgleich für alle Berufsgruppen im Krankenhaus. 

Weitere Erkenntnisse aus der Statistik: Etwas weniger Plus verzeichnet die vertragsärztliche Vergütung mit rund 2,6 Prozent. Bei den Ausgaben für ärztliche Behandlung sei laut BMG zu beachten, dass es bereits 2017 bei einer Reihe von Kassenärztlichen Vereinigungen mit vergleichsweise niedrigen Leistungsausgaben aufgrund der sogenannten Konvergenzregelung zu höheren Vergütungsabschlüssen gekommen sei. „Diese haben dazu geführt, dass der Ausgabenzuwachs im vergangenen Jahr mit 4,3 Prozent deutlich höher lag“, heißt es aus dem Ministerium. Erhebliche Zuwächse, 19 Prozent, verbuchen die Hochschulambulanzen.

Generell verzeichnen die Ausgaben für Leistungen und Verwaltungskosten der Kassen einen Zuwachs von 3,8 Prozent. Die Netto-Verwaltungskosten steigen um 6,5 Prozent. Rechnet man die erhöhten Zuführungen zu den Alterungsrückstellungen im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr heraus, liegt der Anstieg der Netto-Verwaltungskosten bei rund 3,4 Prozent. 

Durch den Überschuss von 720 Millionen Euro haben die Finanzreserven erstmals die 20-Milliarden-Euro-Grenze überschritten. Das Finanzpolster entspricht mehr als dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve. „Deshalb müssen die Krankenkassen mit zu hohen Finanzreserven künftig einen Teil ihrer Rücklagen über geringere Zusatzbeiträge abbauen“, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).