Krankenkassen mit eigener ärztlicher Videosprechstunde

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Hamburg/Düsseldorf (pag) – Die Techniker Krankenkasse und die AOK Rheinland/Hamburg bieten Services an, bei denen sich Patienten per Videosprechstunde die Arbeitsunfähigkeit bescheinigen lassen können – ohne ihre behandelnden Ärzte.

 

Die Techniker Krankenkasse bietet die „TK-Onlinesprechstunde“ bei Corona-Infektion oder -Verdacht an. Dabei handelt es sich um eine ärztliche Behandlung per Videotelefonie. „Bei Bedarf können die Versicherten sich behandeln, Medikamente verordnen und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen lassen“, teilt die Kasse mit. Auch die Ausstellung eines eRezeptes sei möglich. Die Mediziner seien zwar Niedergelassene, aber nicht die tatsächlich behandelnden Haus- oder Fachärzte der Patienten. Partner der TK ist die ife Gesundheits-GmbH.

 

Die AOK Rheinland/Hamburg bietet in einem Pilotprojekt in den Landkreisen Kleve und Wese (Nordrhein-Westfalen) mit ihrem Partner TeleClinic ebenfalls Videosprechstunden ohne Kontakt zum Vor-Ort-Niedergelassenen an. Es gehe ihr darum, die Versorgungsdefizite der Pädiatrie in ländlichen Regionen anzugehen. „Sie oder Ihr Kind benötigen darüber hinaus eine ärztliche Diagnose oder Krankschreibung? App herunterladen, registrieren und ganz bequem per Video oder Telefon mit einem Arzt von TeleClinic sprechen“, wirbt die AOK Rheinland/Hamburg. Das Projekt sei zeitlich, regional und auf eine bestimmte Zielgruppe begrenzt, teilt eine Sprecherin mit. Bei beiden Angeboten handelt es sich um Verträge der Besonderen Versorgung nach § 140 SGB V.

 

Der Landesverband (LV) Nordrhein des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte ist verärgert. Diese Angebote seien überflüssig, meint LV-Pressesprecher Edwin Ackermann. „Telefonische Beratungen und zunehmend auch Videosprechstunden gehören selbstverständlich zu unserem Betreuungsumfang.“ Er fordert die Kassen auf, mit den Niedergelassenen zu kooperieren. Dem wolle sich die TK gar nicht verschließen, betont ein Sprecher. „Wir wollen kein Gegeneinander.“ Auch die AOK Rheinland/Hamburg kann sich vorstellen, weitere Partner mit ins Boot zu holen.