Krankenhaushygieniker raten von rigoroser Ausgangsperre ab

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Berlin (pag) – Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) fordert angesichts der Corona-Pandemie einen besonderen Schutz vulnerabler Gruppen. Da dazu vor allem Senioren zählen, müsse beispielsweise das Personal in Pflegeheimen auch mit Schutzkleidung wie Masken ausgestattet werden.

 

Diese Maßnahme sollte nicht nur pflegerisches oder medizinisches Personal umfassen, sondern auch Reinigungskräfte, sagt DGKH-Präsident Prof. Martin Exner in einer Pressekonferenz, die wegen der Corona-Krise online übertragen wird. Außerdem schlägt DGKH-Vorstand Dr. Peter Walger vor, Personal umfänglich auf Covid-19 zu testen. Generell müssten Tests strategisch eingesetzt werden, um die medizinischen und sozialen Versorgungsbereiche zu sichern, heißt es von Seiten der Fachgesellschaft.

Infizierte in häuslicher Quarantäne, in der sie Mitbewohner – womöglich sogar vulnerable Menschen anstecken können – sollten außerhalb der vier Wände isoliert werden, schlagen Exner und Walger vor. Denkbar sei zum Beispiel die Unterbringung in sogenannten Quarantäne-Hotels. Exner sieht hier die Kommunen gefragt: „Sie haben die Möglichkeit, darauf zurückzugreifen.“

Die Kontaktsperre, wie sie nun in weiten Teilen Deutschlands gilt, hält die DGKH für angemessen. Eine rigorose Ausgangssperre sei lediglich in der Theorie erfolgversprechend. „Das ist aber unrealistisch“, meint Walger. Er hält außerdem fest: „Das Leben an der frischen Luft ist infektionsvermeidend.“ Die DGKH rät davon ab, zu drastischen Maßnahmen wie beispielsweise in Frankreich zu greifen.

Exner spricht sich vielmehr für eine „Auflösung der Hotspots“ aus. Er hält es für falsch, dass der öffentliche Personennahverkehr in vielen Regionen ausgedünnt wurde. Denn das habe schließlich zur Folge, dass sich mehr Menschen auf engerem Raum befinden.