Koronare Herzkrankheit: Verlässliche Diagnose durch nicht-invasive Computertomographie

  • The British Medical Journal

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Forscher der Charité haben festgestellt, dass in bestimmten Fällen eine nicht-invasive Computertomographie (CT) eine ebenso verlässliche Diagnose liefert wie eine Herzkatheter-Untersuchung.

Hintergrund

Drückende Schmerzen hinter dem Brustbein oder ein Gefühl der Beklemmung können Symptome für eine koronare Herzkrankheit (KHK) sein. Dabei wird der Herzmuskel durch Verengungen der Herzkranzgefäße schlecht durchblutet und im schlimmsten Fall kann es dadurch zu einem lebensbedrohlichen Herzinfarkt oder einem plötzlichen Herztod kommen.

Daher werden Patienten, die über Schmerzen in der Brust klagen, meist auf Minderdurchblutung des Herzens mithilfe eines invasiven Herzkatheters untersucht. Ein kleiner Schnitt in der Leiste oder am Arm bildet dabei den Eintrittsort für den Herzkatheter, der mögliche Verengungen der Blutgefäße diagnostiziert und auch sofort beheben kann.

Allerdings benötigen 58 % der 880.000 so untersuchten Patienten pro Jahr in Deutschland keine Gefäßerweiterung.

Nicht-invasives bildgebendes Verfahren als Alternative

Ein internationales Forschungskonsortium aus 22 Ländern hat nun herausgefunden, dass ein nicht-invasives bildgebendes Verfahren, wie zum Beispiel das Herz-CT, eine ebenso verlässliche Diagnose wie die Herzkatheter-Untersuchung liefert.

Hierzu wurden Daten von 65 abgeschlossenen Studien mit mehr als 5.300 Patienten analysiert und statistisch ausgewertet. Dabei haben die Forscher herausgefunden, dass ein Herz-CT als Diagnosemethode geeignet ist, wenn die Betroffenen eine geringe bis mittlere Wahrscheinlichkeit haben, an einer KHK zu leiden.

Dabei können Mediziner die KHK-Wahrscheinlichkeit an den Kriterien  Alter, Geschlecht und Art des Brustschmerzes ableiten. Liegt diese Wahrscheinlichkeit bei 7 % bis 67 %, lässt sich mithilfe des Herz-CTs zuverlässig ermitteln, ob Gefäßverengungen vorliegen oder nicht. Bei höheren Wahrscheinlichkeiten ist eine Herzkatheter-Untersuchung angezeigt, da voraussichtlich therapeutisch eingegriffen werden muss.

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)